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„Das kommt mir Spanisch vor!“ – Besonderheiten in der Therapie von Patient*innen mit Migrationshintergrund

Web-Seminar

Die Bedeutung von interkultureller Kommunikation in der Behandlung von Patient*innen mit Migrationshintergrund umfasst nicht nur die sprachliche Verständigung, sondern auch das Verständnis für kulturbedingte Unterschiede im Ausdruck und in der Interpretation von Emotionen.
Im Seminar werden wir uns mit verschiedenen Aspekten beschäftigen, die die kulturellen Unterschiede zwischen Gesellschaften, unterschiedliche Werte und Strukturen in menschlichen Beziehungen definieren. Jede Kultur hat eine eigene Vorstellung von psychischer Belastung und unterschiedliche Ausdrucksformen, die in der Gesellschaft akzeptiert werden. Diese Differenzen werden außerhalb des eigenen Kulturkreises oft missverstanden. Zudem werden wir die Bedeutung von traditionellen therapeutischen Methoden, Ressourcen und Ritualen aus verschiedenen Kulturen erkunden, wie z. B. Meditation, schamanistische Rituale und Trauergruppen. Die westliche Psychotherapie hat einige dieser Methoden übernommen und ermöglicht uns effektivere Interventionen, wenn sich der Patient mit der Behandlung vertraut fühlt.
Migration als gemeinsame Erfahrung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein tieferer Einblick in den psychischen Anpassungsprozess nach einer Migration hilft uns, Patient*innen besser zu verstehen und zu erreichen. Themen wie Entwurzelung, Kulturschock und Identitätskonflikte sind eng mit der Migration verbunden. Nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene, sondern auch in bikulturellen Partnerschaften und bei Migrant*innen der zweiten Generation treten interkulturelle Konflikte innerhalb der Familie auf. Unterschiedliche Erwartungen und Werte können zu Spannungen führen und Beziehungen belasten. Wir werden uns zudem mit unserer eigenen kulturellen Identität auseinandersetzen, da wir alle von einer oder mehreren Kulturen geprägt sind. Die Auswirkungen der europäischen Kolonialisierung auf das Bild der Länder und die Kommunikation zwischen Menschen aus Europa und dem Globalen Süden sind ebenfalls von großer Bedeutung. Spezifische Themen wie Mädchenbeschneidung und „Ehre“-Konflikte aus verschiedenen kulturellen Hintergründen werden anhand von Fallbeispielen aus allen Kontinenten betrachtet.
Als Therapeut*Innen in einer multikulturellen Gesellschaft sind wir immer wieder mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Dieses Seminar bietet eine praxisbezogene Einführung in die psychologischen Aspekte von Interkulturalität und Migration, unterstützt durch zahlreiche Fallbeispiele.

Zielgruppe

Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Sozialtherapeut*innen

Lernziele

Einführung in die interkulturelle Kommunikation und Ethnopsychologie mit Bezug auf die Praxisarbeit.

Wesentliche Inhalte

  • Kulturwissenschaftliche Grundlagen: Konzept Kultur, Kollektive vs. Individualistische Gesellschaften, Familienkonstellation, Religion, Genderrollen und Sexualität, Integration vs. Assimilation
  • Psychoethnologie: Kulturspezifische Symptomatik und Störungen Migration, Ulysses-Syndrom, Problemlösungsstil, Bikulturelle Paare und Familien, Identitätskonflikt und -entwicklung, Fallarbeit
  • Interkulturelle Kommunikation in der Praxis: Erwartungen in der Therapie und die Beziehung Patient*in – Therapeut*in;
    1., 2. und 3. Generation, Arbeit mit Dolmetschern, Rollenspiel
  • Weltreise: Besonderheiten in unterschiedlichen Kulturkreisen, Fallbeispiele, Gruppenarbeit

Methoden

Kulturwissenschaft, Interkulturelle Kommunikation, Ethnopsychologie, Fallarbeit, Rollenarbeit

Umfang und Akkreditierung

Das Seminar umfasst 32 Unterrichtseinheiten (4 x 8 UE) und kann nur als Gesamtpaket gebucht werden (genaues Datum siehe PDF-Seminarbeschreibung). Ein Antrag bei der Landespsychotherapeutenkammer ist gestellt. In der Regel beträgt die Anzahl der Fortbildungspunkte mindestens die Anzahl der Unterrichtseinheiten.

Referent*in

Dr. Solange Otermin, Dipl.-Psych; Tübingen

Bei frühzeitiger Anmeldung erhalten Sie in den meisten Fällen einen Frühbucherrabatt. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der jeweiligen Seminarbeschreibung.
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Termine & Orte

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Beratung & Kontakt

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fortbildung@dgvt.de

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Di + Do 9:00 bis 12:00 Uhr
Di + Mi 14:00 bis 15:30 Uhr