
Wenn Stressempfindlichkeit, Aggressivität und Wut bei Kindern und Jugendlichen mich an die Grenze bringen…
ThemenseminarWenn Kinder und Jugendliche von komplexen psychischen Störungen betroffen sind, kommen die professionellen Hilfesysteme oft an ihre Grenzen. Dies gilt für Pflege-/Adoptiveltern, Beratungsangebote, Psychotherapie, Jugendhilfe, Schulen etc. und auch für die eigenen Herkunftsfamilien. Schnell fällt dann auch der Begriff „Systemsprenger“. Diese Störungsbilder erfordern eine hohe Professionalität und Frustrationstoleranz und es lässt sich oft nur schwer ein angemessenes Hilfeangebot erarbeiten. Viele dieser jungen Menschen sind extrem stressempfindlich, können sich kaum kontrollieren, geraten in Wutausbrüche oder greifen auf anderes unpassendes Verhalten zurück, um ihre Anspannung zu regulieren. Herkömmliche Handlungsstrategien im Umgang mit diesen jungen Menschen funktionieren nicht wie im Lehrbuch oder sind nicht ausreichend tragfähig. Da Gehirn und Psyche untrennbar miteinander verbunden sind, kann die neuropsychologische Perspektive hilfreiche Erkenntnisse bieten, die das Verständnis für hochbelastete jungen Menschen erleichtern und gleichzeitig zu gezielten Handlungsansätzen führen. Oft braucht es dazu „ein Dorf“, um diese Kinder und Jugendlichen auf ihrem Entwicklungsweg zu unterstützen, d.h. die Unterstützungsangebote und Hilfen müssen mehrdimensional angelegt sein. Das Seminar soll das Verständnis für diese Störungsbilder durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse erweitern, um dann gezielt das Erarbeiten von passgenauen Interventionen zu erleichtern.
Zielgruppe
Therapeut*innen, Pädagog*innen, Erzieher*innen, Lehrer*innen
Lernziele
- Die Verhaltensweisen dieser Klient*innen aus neurowissenschaftlicher Sicht verstehen können
- Mehrdimensionale hypothesengeleitete Hilfekonzepte auf der Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse entwickeln können
- Selbstverständnis über mein autonomes Nervensystem und meine Überlebensreaktionen erweitern und eigene Hürden überwinden können
- Möglichkeiten und Grenzen des hypothesengeleiteten Arbeitens erkennen können
Wesentliche Inhalte
- Neurowissenschaftliche Verstehens Hypothesen für komplexe Störungsbilder aus dem Bereich der reaktiven Aggressivität (u. a. Polyvagaltheorie)
- Die Bedeutung des autonomen Nervensystems für Klient*innen und Fachkräfte
- Entwicklung mehrdimensionaler hypothesengeleiteter Hilfesysteme nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen
Methoden
Vortrag, Selbsterfahrung, Kleingruppenarbeit, Fallarbeit
Umfang und Akkreditierung
Das Seminar umfasst 24 Unterrichtseinheiten (UE). Ein Antrag bei der Landespsychotherapeutenkammer ist gestellt. In der Regel beträgt die Anzahl der Fortbildungspunkte mindestens die Anzahl der Unterrichtseinheiten.
Referent*in
Monique Breithaupt-Peters, Dipl.-Psych., Systemischer Coach und Supervisorin (SG); Offenburg
Teilnahmegebühr
- DGVT-Mitglied: 453,00 €
- Nicht-Mitglied: 562,00 €
Termine & Orte
Beratung & Kontakt
Fax: 07071 / 94 34 35
fortbildung@dgvt.de
Sprechzeiten
Di + Do 9:00 bis 12:00 Uhr
Di + Mi 14:00 bis 15:30 Uhr