Ausführliche Beschreibung der Programminhalte

Eröffnungsvortrag (2 UE)

Imagery Rescripting – Evidenz und Einsatzmöglichkeiten am Beispiel der Posttraumatischen Belastungsstörung
Christine Knaevelsrud, Berlin

Imagery Rescripting subsumiert verschiedene psychotherapeutische Ansätze, die der mentalen Neubewertung (Rescripting) negativer Erinnerung oder belastender Bilder dienen. Insbesondere im Rahmen der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung findet dieser Einsatz zunehmend Verbreitung. Hier wird das traumatische Ereignis in der Vorstellung in seinem Ablauf und seiner Bedeutung verändert. Unterdrückte Handlungsimpulse können in der Imagination ausgedrückt und Gefühle wie Angst oder Scham modifiziert werden. Ziel des Vortrages ist es einen Überblick über das Konzept, die zugrundlegende Evidenz und das praktische Vorgehen zu vermitteln.

Literatur:
Niemeyer, H., Fueser, F., & Knaevelsrud, C. (2019). Imagery Rescripting und Modification bei der posttraumatischen Belastungsstörung. Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin, 40(1), 71-82.

Workshops (6 UE)

WS 1: Die Botschaft von Bohnen, Bechern und Papier – Impact-Techniken und Hypnose mit Familien und in der Elternarbeit
Hiltrud Bierbaum-Luttermann, Berlin

Der Evaluation von Therapieverläufen zu Folge wurden analoge und metaphorische Aktionen von den Eltern und Kindern, die zu uns in Behandlung kamen sehr gut angenommen und nachhaltig im Gedächtnis verankert. Die Kombination von Impact-Techniken (nach Danie Beaulieu) mit Hypnose vertieft das Erleben, ist oft mit Humor verbunden und hat immer eine spielerische Komponente, durch die andere neurologische Prozesse stattfinden, als bei der rein kognitiven Herangehensweise. Die emotionale Intensität solcher Sequenzen ist oft beeindruckend und sollte, besonders, wenn es darum geht, „die Komfortzone zu stören“ gut durch Rapport und die therapeutische Haltung unterfüttert sein. In diesem Workshop werden anhand von Beispielen und Demonstrationen sowie kleinen Übungen der Aufbau von solchen Interventionen und deren Möglichkeiten in der Arbeit mit Eltern, Kindern und Familien oder Subsystemen vorgestellt. Nach Möglichkeit etwas weißes Papier und durchsichtigen einen Plastikbecher „mitbringen“.

 

WS 2: Emotionsfokussierte Therapie (EFT) – Emotionale Verarbeitung als Motor therapeutischer Veränderung – AUSGEBUCHT
Imke Herrmann, München

Basierend auf 40 Jahren Prozess und Ergebnisforschung geht die Emotionsfokussierte Therapie nach Leslie S. Greenberg davon aus, dass es wichtig und möglich ist, unmittelbar mit Emotionen in der Therapie zu arbeiten, um nachhaltige Veränderung zu bewirken. Emotionen sind eine wichtige Ressource, die es zu nutzen gilt. Schmerzhafte, belastende Gefühle können dauerhaft verändert werden, indem gesündere, hilfreichere Gefühle zugänglich gemacht werden.
Wie heute allgemein anerkannt ist, liegen psychischen Problemen und Symptomen unabhängig vom Störungsbild eines/einer Patient*in in der Regel Schwierigkeiten in der emotionalen Verarbeitung zugrunde. Patient*innen fühlen zu viel, zu wenig oder immer wieder schmerzhafte, belastende Emotionen. Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) setzt unmittelbar an diesen emotionalen Verarbeitungsschwierigkeiten an, um Veränderung zu bewirken. EFT gibt Therapeut*innen wissenschaftlich fundierte Methoden und Strategien an die Hand und eröffnet so neue Möglichkeiten, systematisch und effektiv mit dem emotionalen Erleben von Patient*innen zu arbeiten. Dieser Online-Workshop soll anhand von Powerpointpräsentation, Videodemonstration und Übungen eine kompakte Einführung in Therapieansatz geben. 

Literatur:
Auszra, L., Herrmann, I.R. & Greenberg, L.S. (2016). Emotionsfokussierte Therapie: Ein Praxismanual. Göttingen: Hogrefe.
Greenberg, L.S. (2002/2006). Emotionsfokussierte Therapie: Lernen mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Tübingen: dgvt-Verlag.
Auszra, L.,  Herrmann, I.R. (2020). Emotionsfokussierte Therapie. Beltz Video-Learning. DVD. Psychologie Verlagsunion. 

 

WS 3: Einführung in die Hypnotherapie
Frauke Niehues, Gießen

Die Hypnotherapie beinhaltet nicht nur die Arbeit mit Trancezuständen, sondern zeichnet sich durch ein sehr wertschätzendes Menschenbild, die Gestaltung der Beziehung „auf Augenhöhe“ sowie die Ziel- und Lösungsorientierung aus. Auch bietet die Hypnotherapie gute Strategien zum Umgang mit Widerstand, der Arbeit mit Ambivalenzen und der Emotionsaktivierung.
Die Methoden sind vielfältig: der bewusste Einsatz von Sprache, die Arbeit mit Metaphern und Geschichten sowie Impacttechniken gehören ebenso zum Handwerkszeug wie die klassischen Trancen. Viele Techniken sind mit anderen Therapierichtungen sehr gut kombinierbar und intensivieren und beschleunigen den Therapieprozess. In dem Workshop lernen Sie die grundlegenden hypnotherapeutischen Prinzipien und Methoden kennen. Es ist mit vielen Demonstrations- und Praxiseinheiten konzipiert, so dass Sie einige Methoden ausprobieren und trainieren können.

Die konkreten Inhalte sind:

  • Theoretischer Hintergrund: Historie, Definition und Grundannahmen der Hypnotherapie
  • Hypnotherapeutische Strategien, z.B.: Realisierung der Ressourcen- und Lösungsorientierung
  • Aufbau und Gestaltung der therapeutischen Beziehung 
  • Hypnotherapeutische Techniken, z.B.:
    • Priming und Seeding
    • Implikationen
    • MiniMax-Interventionen
    • Aphorismen, Metaphern und Geschichten
    • Impacttechniken 
    • Einführung in die Trancearbeit

Literatur:
Revenstorf, D., Peter, B (Hrsg.).: Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Manual für die Praxis. Springer Verlag, 2015.
Prior, Manfred: MiniMax-Interventionen. 15 minimale Interventionen mit maximaler Wirkung. Carl-Auer-Verlag, 2017.

 

WS 4: Die Arbeit mit Emotionen in der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
Norbert Schneider, Füth

Es ist gerade allzu menschlich zu versuchen, schwierige und schmerzhafte Emotionen mit einer Vielzahl an Strategien zu kontrollieren. Diese Erlebnisvermeidung trägt aber oft wesentlich dazu bei, dass normales, wenngleich aversives emotionales Erleben in klinisches Leiden verwandelt wird. ACT will Menschen unterstützen, diesen unproduktiven Kampf gegen das eigene Erleben zu beenden und ihre Energien stattdessen auf das engagierte Handeln im Sinne ihrer Werte und tieferen Sehnsüchten zu fokussieren. Ziel ist es, die eigenen schwierige Gefühle und Gedanken mit Achtsamkeit, Akzeptanz und Mitgefühl zu begegnen und gleichzeitig das Leben aktiv zu verfolgen, das ihnen wirklich am Herzen liegt. 

Einige der Fragen, auf die wir Antworten suchen werden: 
Was können wir Klient*innen anbieten, deren emotionalen Kontrollstrategien sich als erfolglos oder kontraproduktiv erwiesen haben? Wie können wir emotionale Vermeidung in der Sitzung selbst feststellen und damit in vivo arbeiten? Wie können wir emotional herausfordernde Situationen in der Therapie herstellen, an die unsere Klienten wachsen können? Wie viel dürfen wir von unseren eigenen Emotionen in der Therapiebeziehung zeigen? Wie können wir selber emotionale Akzeptanz modellieren? Wie können wir das „Beobachterselbst“ nutzen, um schwierige Emotionen halten zu lernen? Wie können wir schmerzhafte sowie „positive“ Emotionen als Kompassnadel verwenden, um mehr Klarheit über unseren tieferen Sehnsüchten und Werte zu erwerben?

ACT ist eine erlebnisorientierte Therapie und dementsprechend werden in diesem Workshop – neben einer theoretischen Einführung – viele praktische Übungen vorgestellt und selbst ausprobiert.

Literatur:
Waadt, M, Martz, J., & Gloster, A. (Hrsg). (2015). Arbeiten mit der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Ein Fallbuch. Bern: Hogrefe. 
Walser, R. (2019). The heart of ACT. Oakland: Context / New Harbinger.