5. DGVT - Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Berlin

"Ein Blick über den Tellerrand ... der KJP-Verhaltenstherapie"

Der Untertitel „Ein Blick über den Tellerrand…“ weist schon auf den besonderen Charakter der Workshopangebote hin, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, das die besonderen Bedingungen im therapeutischen Prozess mit Kindern und Jugendlichen Offenheit und Kreativität der Behandelnden erfordern, ohne dass die professionelle und fachlich-qualifizierte Prüfung der gewählten Interventionsmethoden vernachlässigt wird. So wird der fachliche und persönliche Austausch wieder nicht zu kurz kommen und wir freuen uns auf eine anregende Zeit in Berlin.

Ihre Vorbereitungsgruppe
Rita Dittrich, Alfred Luttermann, Gerd Per, Anke Tolzin, Birgit Wich-Knoten

 

Freitag, den 3.11.2006, SupervisorInnenkolloquium (nur für DGVT-SupervisorInnen - seperate Einladung folgt)

Begrüßung und Eröffnungsvortrag

Samstag, den 4.11.2006, 10.00 - 11.00 Uhr

„Wie viel und welchen Eklektizismus verträgt eine integrative Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen?“

(Karl-Ludwig Holtz, Heidelberg)

Die Praxis der Kindertherapie zeichnet sich häufig durch eine Methoden- und Schulenvielfalt aus, die nicht nur von Puristen bisweilen als „eklektizistisch“ abgetan wird. Lassen sich aus einer differenzierten Sichtweise eklektizistischer Strategien Kriterien für ein schulenintegrierendes Vorgehen ableiten, die den Befunden neuerer Untersuchungen zur Wirksamkeit von Psychotherapie nicht entgegenstehen. Es werden Bedingungen eines systematischen Eklektizismus herausgearbeitet, die eine Orientierung an Entwicklungsmodellen nahe legen und mit anderen Forschungsprogrammen einer Entwicklungsorientierung (Entwicklungspsychopathologie, Entwicklungsberatung) kompatibel sind.

Die Workshops im Überblick:

 

Workshops Block I:

Samstag, 4.11.2006, 11.30 - 20.00 Uhr

Die folgenden 10-stündigen Langworkshops (8 Fortbildungspunkte) stehen zur Auswahl:

  1. Musiktherapie (Kathrin Vogt, Berlin, Rose Strunk-Otto, Berlin)
  2. Therapeutisches Zaubern (Annalisa Neumeyer, Gifhorn) Ausgebucht
  3. Rituale und weitere therapeutische -Handlungsverschreibungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Karl-Ludwig Holtz, Heidelberg)
  4. Energetische Psychotherapie in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern (Karin Hauffe, Hamburg ) Ausgebucht
  5. Kreative Methoden und Gestaltungstechniken (Almud Moog, Berlin, Karin Zylla, Bielefeld) Ausgebucht
  6. Konstruktion von therapeutischen Geschichten und Metaphern (Charlotte Wirl, Wien)
  7. Glaubenssätze und ihre Bedeutung für das Gelingen einer Therapie (Eveline Brunner, Berlin)
  8. Hypnotherapeutisch-lösungsorientiertes Arbeiten mit Kindern im Einzel- und Gruppensetting (Birgit Steiner-Backhausen, Freiburg) Ausgebucht

Anmeldung/Organisatorisches

 

Workshops Block II:

Sonntag, 5.11.2006, 9.00 - 13.00 Uhr

Die folgenden 5-stündigen Kurzworkshops (5 Fortbildungspunkte) stehen zur Auswahl:

  1. Das Spiel in der Kinderverhaltenstherapie (Josef Könning, Osnabrück)
  2. Hypnotherapie und Verhaltenstherapie im Umgang mit Ängsten und Phobien (Hildtrud Bierbaum-Luttermann, Berlin) Ausgebucht
  3. Neue Ansätze in der Behandlung von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter (Clemens Povel, Berlin)
  4. Systemische Kurzzeittherapie mit Familien (Martin Gruber, Berlin) Ausgebucht
  5. Sport-Spiel-Entspannung-Psychomotorik (Ralf Hartmann, Berlin, Sirko Waak, Leipzig)
  6. Traumatherapie / EMDR (Dagmar Eckers, Berlin) Ausgebucht
  7. Tiefenpsychologische Methoden in der Krisenintervention (Sigrid Meurer, Berlin)
  8. Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Kopfschmerzen (Sylvia Mauer-Conrads, Berlin, Martina Müssig, Berlin)

Anmeldung/Organisatorisches

Die Anerkennung der Tagung durch die Psychotherapeutenkammer Berlin wurde beantragt. PsychotherapeutInnen dürfen i.d.R. von einer Anerkennung durch ihre jeweilige Psychotherapeutenkammer ausgehen.

 

Es folgen die ausführlichen Beschreibungen
der Workshopangebote aus Block I und II:

Alle Workshops innerhalb des ersten Workshop-Blocks sowie die Workshops innerhalb des zweiten Blocks laufen parallel!

1. MUSIKTHERAPIE

(Kathrin Vogt, Berlin; Rose Strunk-Otto, Berlin)

Teil 1 – Musiktherapie mit Kindern: In einem Einführungsreferat werden zunächst Grundlagen der musiktherapeutischen Behandlung vorgestellt und erörtert. Ebenso wird ein Einblick in eine spezielle Methode innerhalb der Musiktherapie ermöglicht, nämlich in die „Musik-Spiel-Therapie (MST)“, entwickelt von Katrin Stumptner und Cornelia Thomsen. Am Beispiel einer Fallvignette – unter Hinzunahme von Videoaufnahmen – über die musiktherapeutische Arbeit mit einem blinden autistischen Kind kann eine der wesentlichen Funktionen des Mediums Musik, nämlich die des Kontaktes und der Kommunikation nachvollzogen werden. (Kathrin Vogt)

Teil 2 – Musiktherapeutische Rhythmus- und Klangerfahrung: Der Workshop richtet sich an TeilnehmerInnen, die daran interessiert sind, sich über die Selbsterfahrung der musiktherapeutischen Arbeit anzunähern. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Im Vordergrund des Workshops steht u.a.: Entwickeln basaler Rhythmusspiele, Erfahren der eigenen Stimme als Klang- und Geräusch- instrument, Kreative Kontakt- und Bewegungsspiele mit Musik. Abschließend steht den TeilnehmerInnen Zeit für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung. (Rosemarie Strunk-Otto)

2. THERAPEUTISCHES ZAUBERN


ZAUBERN ALS MEDIUM FÜR DIE THERAPEUTISCHE UND PÄDAGOGISCHE ARBEIT MIT KINDERN, JUGENDLICHEN UND FAMILIEN

(Annalisa Neumeyer, Gifhorn)

- Ausgebucht -
„Manchmal müsste man zaubern können!“ Zauberei und Magie faszinieren den Menschen seit Anbeginn der Geschichte. Das erlaubte Spiel mit Illusionen übt auf viele Menschen einen großen Reiz aus: es ermöglicht, positiv im Mittelpunkt zu stehen. Therapeutisch eingesetzt ist Zaubern deshalb ein faszinierendes Medium, um mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Kontakt zu kommen und in magischer Atmosphäre leichter Lösungsprozesse in Gang zu setzen und damit psychische Symptome und Probleme zu behandeln.

Einsatzbereiche:

  • in Beratungsstellen für Eltern und Kind. Bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Erkrankungen
  • zur Complianceförderung
  • bei Selbstwertproblematik
  • zur Bewältigung der aktuellen psychischen Belastungssituation

Inhalt des Workshops:

  • Möglichkeiten und Bedeutung des Zauberns in verschiedenen therapeutischen Arbeitsfelder
  • Einsatzmöglichkeiten des Zauberns bei psychischen Erkrankungen und Problemen
  • Erlernen einfacher und doch wirkungsvoller Zauberkunststücke
  • Erlernen der Präsentation und Aufbau einer magischen Atmosphäre
  • Zauberhafte neue Kommunikationsmöglichkeiten für festgefahrene Beziehungen

Literatur:
Annalisa Neumeyer: Zauberhafte Lösungen in der Kindertherapie. In: Karl L. Holtz/ S. Mrochen/ P. Nemetschek/ B. Trenkle: Neugierig aufs Großwerden. Praxis der Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Carl-Auer-Systeme-Verlag. Heidelberg: 2000.

3. RITUALE UND WEITERE THERAPEUTISCHE HANDLUNGSVERSCHREIBUNGNEN IN DER ARBEIT MIT KINDERN UND JUGENDLICHEN

(Karl-Ludwig Holtz, Heidelberg)

Zu den Vorzügen kindlichen Denkens und Handelns gehört die Bereitschaft, sich auf magische Handlungen und Rituale einzulassen und diese eigenständig zur Bewältigung von Problemen (z.B. bei Ängsten) zu entwickeln. Hierzu gehört auch der besondere Umgang mit Symbolen, „lebenden“ Metaphern (Mills & Crowley) und Übergangsritualen, der die Entwicklung bis ins frühe Erwachsenenalter begleitet und fördert.

Anhand konkreter, von den Teilnehmern einzubringender Fälle im Kindes- und Jugendalter sollen die Besonderheiten der Planung und Durchführung solcher Handlungsverschreibungen verdeutlicht und diskutiert werden. Mindestens ein Ritual, aber auch Strategien der Externalisierung werden mit den Teilnehmern in allen relevanten Aspekten geplant, durchgeführt und erfahrbar gemacht.

4. ENERGETISCHE PSYCHOTHERAPIE IN DER ARBEIT MIT KINDERN, JUGENDLICHEN UND ELTERN

(Karin Hauffe, Hamburg)

- Ausgebucht -
Die wenigsten Kinder in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxis, egal ob klein oder groß, bieten solche herausragenden Diagnosen wie paranoide Psychose oder Zwangs-störung. Vieles spielt sich im Zwischenbereich der Symptom-Bildung ab. Die Diagnosen sind dementsprechend allgemein gehalten wie z.B. „Emotionale Störung“ oder „Störung im Sozialverhalten“. Methoden zur Behandlung emotionaler Unausgeglichenheit und Stress als Folgen traumatisch verarbeiteter Erlebnisse sind in diesem großen Arbeitsbereich sehr hilfreich.

In diesem Workshop erfahren Sie etwas über die Grundzüge der Energetischen Psychotherapie, wie Sie in der Praxis damit arbeiten können und wie die „Klopftechniken“ k r e a t i v in die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern mit eingebunden werden. „Ein Problem ist wie ein Puzzle, Du kannst es in kleine Teile einteilen. Wir nehmen uns das wichtigste Teil heraus und lösen alles Unbehagen auf.“

Die Beobachtungen in der Praxis zeigen, dass die Nutzung der Energetischen Psychotherapie den Zugang zum eigenen Potential und zur Kreativität wesentlich erleichtert. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die mit dieser Methode behandelt werden, haben die Chance, sich mit mehr innerer Ausgeglichenheit und Selbstannahme zu entwickeln.

Literatur:
Energetische Psychotherapie – integrativ. Hrsg. Bohne/Eschenröder/Wilhelm-Gößling, dgvt-Verlag, 2006.

5. KREATIVE METHODEN UND GESTALTUNGSTECHNIKEN

(Almud Moog, Berlin; Karin Zylla, Bielefeld)

- Ausgebucht -
Ziel dieses Workshops ist es, arbeitstechnische und methodische Kenntnisse im Bereich des kreativen Gestaltens zu vermitteln. Die Teilnehmer werden dadurch befähigt, künstlerische Ausdrucksformen in ihre therapeutische Tätigkeit einzuarbeiten.

Dieser Workshop zeigt, wie durch kreative Prozesse Veränderungsmuster, Potentiale und Ressourcen erkannt und dadurch die Entwicklung anderer Perspektiven erleichtert werden. Neben dem sprachlichen Ausdruck ist es gerade für Kinder und Jugendliche eine Bereicherung, sich über die künstlerische Gestaltung auszudrücken und zu erleben. Anhand von praktischen Übungen lernen die Teilnehmer verschiedene Aspekte der bildnerischen Gestaltung kennen. Außerdem werden Anregungen gegeben, wie die angefertigten Arbeiten für therapeutische Interventionen genutzt werden können.

Inhalte des Workshops sind:

  1. Verwendung von unterschiedlichen kreativen Medien Welche Medien eigenen sich wann, zu welchem Zeitpunkt und für wen? Wann ist der Einsatz sinnvoll?
  2. gestalterischer Dialog
  3. therapeutisches Tripthychon (Biografiearbeit)
  4. Arbeit mit Symbolen (Krafttier, Talismann)

Methoden:
Referat, Einzel-, Dialog-, Teamarbeit (praktische Übungen) Besprechung und Analyse der angefertigten Arbeiten.

6. KONSTRUKTION VON THERAPEUTISCHEN GESCHICHTEN UND METAPHERN

(Charlotte Wirl, Wien)

Das Erzählen von therapeutischen Geschichten und Metaphern – im individuellen wie im größeren Kontext – ist eines der kreativsten und schönsten Formen der indirekten Kommunikation für beide: Therapeut(in) und Klient. Geschichten, insbesondere individuell konstruierte Metaphern werden seit alters her in therapeutischen (hypnotischen) Settings genutzt. Im Kontakt mit Kindern erweist sich die metaphorische Ebene als besonders hilfreich, da sie einen kindgerechten Zugang zu seiner Form der Lebenswahrnehmung und Konfliktbewältigung darstellt. Im Workshop wird folgendes gezeigt:

  • der allgemeine Aufbau von Geschichten, basierend auf „klassischen“ Parametern und Ingredienzien wie bei Märchen,
  • die Konstruktion von individuellen, maßgeschneiderten Geschichten (für das Kind, den Jugendlichen alleine, genauso wie für „das Kind in uns“ – den Erwachsenen und damit für die Familie) sowie
  • der Aufbau und die Konstruktion von speziellen, symbolischen Metaphern. Basis ist die Nutzung der persönlichen Ressourcen, das Erkennen und Aufgreifen der minimal cues und der gleichzeitigen Kommunikation mit der bewussten und der unbewussten Ebene.
7. GLAUBENSSÄTZE UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DAS GELINGEN EINER THERAPIE

(Eveline Brunner, Berlin)

Jegliche Art von Therapie gelingt oder scheitert an den vorhandenen Glaubenssätzen unserer Klienten.

In diesem Workshop soll dargestellt und geübt werden, wie man die vorhandenen Glaubenssätze der Klienten erkennt und mit welchen Methoden sie verändert werden können. Dabei kommen sowohl Techniken des NLP’s als auch solche der Hypno-Therapie zum Einsatz. Glaubenssätze sind „sich selbst erfüllende Prophezeiungen“. Gelingt es uns, unsere KlientInnen zu einem positiven Glauben an den Erfolg ihrer Therapie zu bringen, wird der Erfolg sich eher einstellen.

8. HYPNOTHERAPEUTISCH-LÖSUNGSORIENTIERTES ARBEITEN MIT KINDERN IM EINZEL- UND GRUPPENSETTING

(Birgit Steiner-Backhausen, Freiburg)

- Ausgebucht -
In der hypnotherapeutischen Arbeit mit Kindern werden Fähigkeiten genutzt, die Kinder von Natur aus mitbringen: Neugier, Offenheit für neue Erfahrungen und die Lust, kreativ ihre Imaginationskräfte zu gebrauchen. Dies sind ideale Voraussetzungen gerade für kreative Tranceprozesse.

Im Workshop soll ganz praktisch gezeigt und erprobt werden, wie sich diese wertvollen Ressourcen von Kindern in zielorientierter und kindgemäßer Veränderungsarbeit nutzen lassen.

z.B.: 

  • in kindorientierten Körper- und Entspannungsübungen als Hinführung zur Trance ? im Erzählen von Ressourcengeschichten als Gruppentrance,
  • im bewegten Er-Finden von Lösungen z.B. im Kraftsprung,
  • im Nutzen des Namens zur Ressourcenaktivierung,
  • im kreativen Verwandeln von negativen Zuschreibungen beim Zeichnen.

Workshops Block II - Kurzworkshops:

Sonntag, 5.11.2006, 9.00 - 13.00 Uhr

Die folgenden 5-stündigen Workshops stehen zur Auswahl:

Alle Workshops innerhalb von Block II laufen parallel!

1.DAS SPIEL IN DER KINDERVERHALTENSTHERAPIE

(Josef Könning, Osnabrück)

Die Verhaltenstherapie mit Kindern, Jugendlichen und Familien unterscheidet sich an unterschiedlichen Punkten von der Verhaltenstherapie mit Erwachsenen. Neben dem Einbezug der Familie, der Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Grundlagen, spielt eine angemessene Didaktik, die Erlebnis- und Handlungsaktivität für das Kind ermöglicht, eine zentrale Rolle.

Im Workshop wird eine Einführung in die Theorien des Spiels gegeben, die entwicklungspsychologischen Grundlagen des Spiels und der Zusammenhang von spielerischer Tätigkeit und kognitiv sprachlicher Entwicklung dargestellt.
Die Bedeutung von spielerischer Interaktion für die emotionale Entwicklung, für karthartische Prozesse und für emotionale Problemlösungen wird mit einbezogen.

Der Schwerpunkt im Workshop liegt im modellhaften Demonstrieren von spielerischen Interaktionen und im Ausprobieren dieser spielerischen Aktionen in Kleingruppen. Darüber hinaus soll versucht werden die spielerischen Interaktionen im Sinne des zielgerichteten, hypothesengeleiteten verhaltenstherapeutischen Prozesses in das Störungsmodell und in die Therapieplanung einzubauen.

In der Arbeit mit Eltern und Familien kann das gemeinsame Spielen hilfreich sein. Der Schwerpunkt des Workshops liegt im modellhaften Zeigen von spielerischen, interaktiven Prozessen und im selbst Ausprobieren in Kleingruppen.

2. HYPNOTHERAPIE UND VERHALTENSTHERAPIE IM UMGANG MIT ÄNGSTEN UND PHOBIEN

(Hiltrud Bierbaum-Luttermann, Berlin)

- Ausgebucht -
Cross-Over: Hypnotherapie und Verhaltenstherapie bei der Behandlung von Ängsten und Phobien bei Kindern und Jugendlichen Ängste sind einer der häufigsten Vorstellungsgründe von Kindern und Jugendlichen in der ambulanten Praxis. Das Spektrum reicht von sog. „ Einfachen Phobien" und Stressoren, die sich zu ernsthaften Einschränkungen auswachsen können, bis hin zu chronifizierten und zwanghaft vermeidenden Verhaltensmustern oder massiven quälenden Beschwerden, die das Leben von Kindern und auch den Familien erheblich einschränken.

In diesem Workshop soll ein kurzer Überblick zur diagnostischen Differenzierung, neurologischen Grundlagen, Entdecken der vorhandenen Ressourcen, hilfreichen. Zielformulierungen und der daraus resultierenden Methodik gegeben werden.

In der hypnotherapeutischen Arbeit bieten sich gute Möglichkeiten, die Symptomatik aufzugreifen, Muster zu unterbrechen, Lösungs- und Ressourcen orientiert zu arbeiten. Je nach Setting und Symptomatik können z.B. „Fast Phobia“-, „Swish“- ,„Elevator“- oder symbolisierende Techniken, zur Anwendung kommen.

Bei komplexeren Zusammenhängen ist das Etablieren eines sicheren Ortes und z.B. Täter-Opfer Umkehrung oder Change-History-Methodik angezeigt. Einige dieser Vorgehensweisen werden anhand von Fällen (verschiedene Altersstufen und Themen) mit Videodoku-mentationen illustriert und ggf. anhand von Fallvignetten gemeinsam erarbeitet.

3. NEUE ANSÄTZE IN DER BEHANDLUNG VON ÜBERGEWICHT UND ADIPOSITAS IM KINDES- UND JUGENDALTER

(Clemens Povel, Berlin)

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter stellen ein zunehmendes gesellschaftliches Problem dar und werden verstärkt als Herausforderung für das Gesundheitssystem verstanden. Die Prävention und Behandlung erfordert die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen (z.B. KinderärztInnen, Ernährungsberat-erInnen, PsychotherapeutInnen) und die Kooperation mit anderen Institutionen und Gruppen (z.B. Sportvereine, Kindergärten und Schulen).

In diesem Workshop sollen psychosoziale Aspekte der Entstehung und Behandlung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen dargestellt werden. Materialien und Strategien zur Diagnostik und Therapie werden vorgestellt und in Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der psychotherapeutischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen und ihren Familien in unterschiedlichen institutionellen Kontexten diskutiert. Dabei stehen gruppentherapeutische Interventionsansätze im Vordergrund, viele Materialien lassen sich jedoch auch in Einzeltherapien anwenden.

4. SYSTEMISCHE KURZZEITTHERAPIE MIT FAMILIEN

(Martin Gruber, Berlin)

 - Ausgebucht -

Systemische Kurzzeittherapie wirkt in den diesbzgl. Publikationen oft erstaunlich „leicht“ und einfach: Die Lösung (vom Problem...) ist die Lösung. In der Praxis werden hier allerdings recht erhebliche Anforderungen an Technik, Haltung und persönliche Flexibilität der TherapeutInnen gestellt.

Der Workshop möchte einen Anstoß zur Reflexion therapeutischer Grundhaltungen in der Arbeit mit Familien ermöglichen, den idealtypischen Ablauf eines lösungsorientierten Gespräches darstellen, ausprobieren und besprechen, sowie Möglichkeiten der Umsetzung auf konkrete Gesprächssituationen anhand von Fallbeispielen der TeilnehmerInnen gemeinsam explorieren.

Eine Bereitschaft zum Rollenspiel wäre nützlich.

5. SPORT-SPIEL-ENTSPANNUNG-PSYCHOMOTORIK

(Ralf Hartmann, Berlin; Sirko Waak, Leipzig)

Getreu dem Motto von Moshé Feldenkrais „Leben ist Bewegung, Bewegung ist Leben“ widmen wir uns in diesem Workshop unter dem Motto Sport-Spiel-Entspannung-Psychomotorik dem Körper und der Bewegung in therapeutischen Situationen.

In diesem Workshop werden verschiedene interessante Möglichkeiten der Körper-wahrnehmung, sportlicher und spielerischer Bewegungsmöglichkeiten und entspannender Übungen dargestellt. Aber auch Bewegungsspiele und Übungen für Gruppen werden unter die Lupe genommen und ausprobiert. Im Vordergrund steht dabei das motorische Lernen und dessen Einfluss auf emotionale, kognitive und physiologische Prozesse. Der Workshop soll Anregungen für die therapeutische Arbeit geben und zeigt Methoden und Übungen auf, die bei unterschiedlichen Störungsbildern, in erster Linie bei phobischen Störungen und Ängsten, hyperkinetischen Störungen und emotionalen Störungen des Kindesalters einsetzbar sind.

Der Workshop ist zugleich als Möglichkeit für einen therapeutischen Erfahrungsaustausch konzipiert. Bitte bequeme Kleidung mitbringen.

6.TRAUMATHERAPIE / EMDR

(Dagmar Eckers, Berlin)

- Ausgebucht -
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine von Dr. Francine Shapiro entwickelte, traumabearbeitende Psychotherapiemethode, die die Behandlung psychisch traumatisierter Kinder und Erwachsener erheblich verbessert. Die Effektivität der Methode wurde in wissenschaftlichen Studien vielfach belegt.

Im Workshop wird EMDR als Verfahren in der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen vorgestellt, wobei neben der Verarbeitung traumatischer Belastungen auch die Verstärkung von Ressourcen mit EMDR gezeigt werden soll. Beides soll auch mit Kinderzeichnungen und Videoausschnitten illustriert werden.

Literatur:
Eckers, Dagmar: EMDR bei Kindern und Jugendlichen
(über Internet: www.traumaforum-berlin.de, Veröffentlichungen)

7. TIEFENPSYCHOLOGISCHE METHODEN IN DER KRISENINTERVENTION

(Sigrid Meurer, Berlin)

Krisenintervention, insbesondere bei Suizidalität, stellt im Beratungs- oder Therapieprozess eine besondere Herausforderung dar und bringt manchen Behandlungsprozess an seine Grenze. Neben den grundlegenden Behandlungsmethoden ist ein tiefenpsychologisches Verständnis der Psychodynamik von Krisen hilfreich. Inhalte dieses Workshops sind insbesondere die Beschäftigung mit Übertragungs- und Gegenübertragungsaspekten in der Arbeit mit krisenhaften Klienten/innen sowie die Umsetzung dieses Verständnisses in der konkreten Krisenintervention.

8. VERHALTENSTHERAPIE BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT CHRONISCHEN KOPFSCHMERZEN

(Sylvia Mauer-Conrads, Berlin; Martina Müssig, Berlin)

Inhalte des Workshops sind die Häufigkeit von Migräne und Spannungskopfschmerzen und ihre Differentialdiagnostik. Zum Thema Behandlung werden Behandlungsleitlinien sowie der bio-psycho-sozialer Ansatz vorgestellt. Weitere wichtige Elemente sind die besonderen Anforderungen in der Bedingungsanalyse, Psychoeduktion, Elternberatung und Zusammenarbeit mit anderen Professionen. Imaginative Verfahren sowie das Gruppentraining „Stop den Kopfschmerz“ nach Prof. Dr. Kröner-Herwig wird vorgestellt.

Literatur:
Denecke, H., Kröner-Herwig, B.: Kopfschmerz-Therapie mit Kindern und Jugendlichen. Ein Trainingsprogramm, Göttingen 2000.

Liste der Referentinnen und Referenten

Organisatorisches:

 

Veranstaltungsort:

Rathaus Schöneberg
John-F.-Kennedy-Platz
10825 Berlin


Eine Wegbeschreibung mit Raumangabe erhalten Sie mit Ihrer schriftlichen Workshopzusage.

Tagungsablauf:

Es werden zwei Workshop-Blöcke angeboten, die jeweils acht Workshops umfassen:

Block I:
Samstag, 4.11.2006 von 11:30 bis 20:00 Uhr (10 UE zuzügl. Pausen)

Block II:
Sonntag, 5.11.2006 von 9:00 bis 13:00 Uhr (5 UE zuzügl. Pausen)

Akkreditierung:

Für die Langworkshops (Block I)
erhalten Sie 8 Fortbildungspunkte

für die Kurzworkshops (Block II)
erhalten Sie 5 Fortbildungspunkte

Rahmenprogramm:Informationen zum Rahmenprogramm erhalten Sie mit Ihrer Anmeldebestätigung.
Tagungsbüro:Das Tagungsbüro ist am Samstag ab 8.30 Uhr geöffnet.
Tagungsgebühren:

Workshop aus Block I:
135 Euro (DGVT-Mitglieder)
155 Euro (Nicht-Mitglieder)

Workshop aus Block II:
80 Euro (DGVT-Mitglieder)
87 Euro (Nicht-Mitglieder)

Zwei Workshops (je ein Workshop aus Block I und Block II):
195 Euro (DGVT-Mitglieder)
235 Euro (Nicht-Mitglieder)

Sollte bei Anmeldung für zwei Workshops aus organisatorischen Gründen nur die Teilnahme an einem Workshop möglich sein, gilt der oben angegebene Einzelpreis.

TeilnehmerInnen aus DGVT-Lehrgängen zum/zur Kinder- und JugendlichentherapeutIn, welche die Praxistage als verbindliche Theorie-Veranstaltung im Curriculum verzeichnet haben, sind von den Tagungsgebühren befreit.
Eine Anmeldung mit beiliegendem Startet den Datei-DownloadAnmeldevordruck ist allerdings in jedem Fall notwendig!

Bitte beachten Sie, dass wir Ihre Anmeldung erst verbindlich registrieren, wenn uns neben dem ausgefüllten Anmeldeformular auch die unterzeichnete Einzugsermächtigung vorliegt. Wir ziehen die Tagungsgebühr in der Veranstaltungswoche ein.

Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.

Die Platzvergabe in den Workshops erfolgt ab September 2006!

Frühbucherrabatt:Bei Anmeldungen bis zum 10.09.2006 verringern sich die Tagungsgebühren pro Einzelworkshop um 10 Euro, bei Buchung von zwei Workshops um insgesamt 20 Euro.
Für AusbildungsteilnehmerInnen der DGVT gilt die Gebührenreduktion bis zum 1.10.2006.
Hinweise zur Anmeldung:

Bitte füllen Sie den Startet den Datei-DownloadAnmeldevordruck aus.
Geben Sie bitte jeweils möglichst zwei Workshoppräferenzen an!
Wenn die Teilnahme am Workshop mit erster Priorität nicht möglich sein sollte, da bereits alle Plätze besetzt sind oder aber der Workshop nicht zustande kommt, gilt Ihre Anmeldung für den an zweiter Stelle genannten Workshop.

Organisation und Anmeldung:

Haben Sie noch Fragen zu den DGVT-Praxistagen in Berlin?

Sie erreichen uns in Tübingen schriftlich, telefonisch oder per Fax.

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V.
Referat für Aus- und Weiterbildung
Neckarhalde 55
72070 Tübingen

Tel.: 07071 - 94 34 34
Fax: 07071 - 94 34 35

e-mail: awk@dgvt.de

Rücktrittsbedingungen:Bis sechs Wochen vor Beginn der Praxistage können Sie schriftlich (per Brief oder Fax) von Ihrer verbindlichen Anmeldung zurücktreten. Wir erstatten Ihnen dann 75% der gezahlten Teilnahmegebühr zurück.

Sollten die von Ihnen gewählten Workshops nicht zustande kommen, erstatten wir Ihnen die Teilnahmegebühr in voller Höhe zurück. Geben Sie dafür bitte auf dem Anmeldevordruck unbedingt Ihre Bankverbindung (Bank, Bankleitzahl und Kontonummer) an.
Übernachtungsmöglichkeiten
in Berlin:

Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter:

www.berlin-tourist-information.de

oder

Tel. 030/25 00 25