4. DGVT - Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Dresden

"Körper und Seele" - Körperbezogene Themen in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

vom 4.-5. November 2005

4. Praxistagen der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

In Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, Dresden

Die DGVT-Praxistage für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie setzen die "kleine" Tradition fort, die sich als Angebot sowohl an PraktikerInnen, als auch an KollegInnen in der Psychotherapieausbildung wendet und 2002 begonnen hat.

Neben der Zusammenarbeit in den Workshops liegt uns daran, dass Sie den aktiven Austausch mit anderen Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen pflegen können. Dresden bietet ohne Frage dazu einen angenehmen Rahmen.
Den Aspekt des Körperlichen im Thema der Praxistage hervorzuheben schien uns gerade für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedeutungsvoll. Wir hoffen, Ihnen in den Workshops praxisrelevante Lernerfahrungen zu ermöglichen.
Vorab schon möchten wir uns bei den MitarbeiterInnen des AWK-Referats in Tübingen bedanken, die durch ihr hohes Engagement das Zustandekommen der Praxistage trotz der Erkrankung unserer Referentin möglich gemacht haben.
Wir würden uns freuen, Sie im November in Dresden zu treffen!

Ihre Vorbereitungsgruppe

Das Programm im Überblick

Begrüßung und Eröffungsvortrag

Freitag, 4.11.2005, 13.00 - 13.45 Uhr
"Förderung emotionaler, sozialer und kognitiver Kompetenzen von Kindern-
Elternarbeit als ein Weg für die Prävention psychischer Störungen"

(Meinrad Armbruster, Magdeburg)

Im Anschluss daran beginnen die Workshops:

Workshops Block I:

Freitag, 4.11.2005, 14.00 - 18.00 Uhr
Die folgenden 5-stündigen Kurzworkshops stehen zur Auswahl:
  1. Therapeutisches Reiten bei psychisch gestörten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien (Grit Käming, Dresden)
  2. Multifamilientherapie bei schizophrenen Jugendlichen und ihren Familien (Karin Horn, Frithjof Schüssling, Dresden)
  3. Wie arbeite ich mit Betroffenen wenn die Grenzen ambulanter Therapie erreicht sind? (Frank Ostwaldt, Krassimir Gantchev, Dresden)
  4. Einführung in den Begriff der Hochbegabung (Rainer Dieffenbach, Datteln)
  5. Professionelle Hilfe bei hochstrittigen Elternpaaren (Heiner Krabbe, Münster)
  6. Interventionen bei Lernstörungen (Gerhard W. Lauth, Köln)
  7. Eltern-AG - ein Präventionsprogramm (Meinrad Armbruster, Magdeburg)
  8. Körpertherapie mit Jugendlichen (Sandra Nikesch, Münster)
SupervisorInnenkolloquium
(nur für DGVT-SupervisorInnen (seperate Einladung) - Daniel Surall, Leipzig)

Workshops Block II:

Auftakt: Freitag, 4.11.2005, 19.00 - 20.30 Uhr
Fortsetzung: Samstag, 5.11.2005, 9.00 - 16.30 Uhr
Die folgenden 10-stündigen Workshops stehen zur Auswahl:
  1. Therapie von Essgestörten im tagesklinischen Kontext mittels familien- und gruppentherapeutischer Interventionen (Maud Rix, Katja Scholz, Dresden)
  2. Video-Home-Training als Methode in der Elternberatung (Steven Church, Tübingen)
  3. Kinder und Jugendliche im Trennungs- und Scheidungskonflikt -Symptome und ihre Bewältigungsmöglichkeiten (Heiner Krabbe, Münster)
  4. Kompetenztraining mit Eltern sozial auffälliger Kinder (Gerhard W. Lauth, Köln)
  5. Die Behandlung von sozial und emotional gestörten Kindern und ihren Familien im gruppentherapeutischen Setting mit mehreren Familien (Heike Schemmel, Beate Schell, Dietmar Selig, Dresden)
  6.  Reflexion therapeutisch schwieriger Situationen auf dem Hintergrund biografischer Erfahrungen(Selbsterfahrung) (Monika Basqué, Berlin, Wolfgang Jänicke, Nottuln)
  7. Underachiever: Genese der Hochbegabung und psychotherapeutische Interventionsmöglichkeiten (Rainer Dieffenbach, Datteln)


* Die Anerkennung der Tagung durch die Sächsische Landesärztekammer wurde beantragt. PsychotherapeutInnen dürfen i.d.R. von einer Anerkennung durch ihre jeweilige Psychotherapeutenkammer ausgehen.

Es folgen die ausführlichen Beschreibungen der Workshopangebote aus Block I und II:

Alle Workshops innerhalb des ersten Workshop-Blocks sowie die Workshops innerhalb des zweiten Blocks laufen parallel!

1. THERAPEUTISCHES REITEN BEI PSYCHISCH GESTÖRTEN KINDERN, JUGENDLICHEN UND IHREN FAMILIEN

(GRIT KÜMMING, DRESDEN)

Das Therapeutische Reiten in der Psychiatrie (TRP) ist sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapie eine Bereicherung. Besonders hilfreich ist das TRP bei Patienten mit Selbstwertproblemen. Das Erleben, dass mit jeder Stunde die Angst geringer wird, die eigene Leistungsfähigkeit steigt und das Pferd den Menschen als Partner in der Arbeit akzeptiert, stärkt das Selbstvertrauen und den Glauben an die Wirksamkeit des eigenen Handelns.
Die Workshopteilnehmer erfahren in einer theoretischen Einführung die Grundlagen des TRP und dessen Einsatzgebiete. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Selbster-fahrung selbst zu erspüren, wozu das TRP in der Lage ist.
Für Letzteres ist bequeme und warme/witterungsentsprechende Kleidung anzuraten. Die Selbsterfahrung findet im Freien statt.

2. MULTIFAMILIENTHERAPIE BEI SCHIZOPHRENEN JUGENDLICHEN UND IHREN FAMILIEN

(KARIN HORN, FRITHJOF SCHÖßLING, DRESDEN)

Obwohl die medikamentöse Behandlung nach wie vor die Grundlage der Therapie schizophrener Psychosen bildet, finden psychotherapeutische Interventionen zur Senkung der Rückfallquote und zur Reduktion von Negativ-Symptomatik zunehmend Beachtung.
Ausgehend vom Konzept der High-expressed-emotion-Theorie wurden in den vergangenen 30 Jahren Konzepte zur Familienintervention bei schizophrenen Patienten erarbeitet und weiterentwickelt. Der US-amerikanische Psychiater William R. McFarlane entwickelte ein Behandlungsprogramm ("Multifamily groups"), bei dem mehrere Familien schizophrener Patienten in einem Gruppen-Setting von 6 bis 8 Familien behandelt werden. Der Ansatz vermittelt schizophrenen Patienten und deren Familien Informationen und Problemlösetechniken, die dazu dienen sollen, den Umgang mit der psychischen Erkrankung zu verbessern. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Patienten und ihre Familien davon profitierten, Kontakt zu anderen Betroffenen herzustellen und langfristig eher bereit sind, von ihnen statt von Professionellen Hilfe anzunehmen.
Das Konzept der Multifamilientherapie von McFarlane ist für die Altersgruppe ab 18 Jahren gut evaluiert. Zur Anwendung der Multifamilientherapie bei Jugendlichen mit Schizophrenien liegen bisher noch keine Forschungsergebnisse vor. Gerade bei Jugendlichen ist jedoch die Einbeziehung der Familie in die Behandlung von besonderer Bedeutung.
In unserem Workshop geben wir einen theoretischen Überblick über die Grundlagen der Multifamilientherapie bei Schizophrenie. Wir stellen unser Konzept vor und berichten über die Erfahrungen bei der Arbeit mit schizophrenen Jugendlichen in diesem Setting. Die praktische Durchführung wird anhand von Videosequenzen erläutert, Chancen und Risiken der Multifamilientherapie werden diskutiert.

3. WIE ARBEITE ICH MIT BETROFFENEN WENN DIE GRENZEN AMBULANTER THERAPIE ERREICHT SIND?

(DR. MED. FRANK OSTWALDT, DR. MED. KRASSIMIR GANTCHEV, DRESDEN)

Bei familientherapeutischen Strategien wird bereits in der ambulanten diagnostischen Phase das System Familie integriert und den Eltern vermittelt, dass man sie selbst für die Therapie braucht und dass ohne ihre Teilnahme langfristig ihrem Kind nicht geholfen werden kann. Eine stationäre Therapie wird notwendig, wenn der Schweregrad der Erkrankung es erfordert, wenn eine Besserung unter ambulanter Therapie nicht erreicht wird oder wenn die Eltern nicht verfügbar sind. In den meisten Fällen handelt es sich um schwere Entscheidungssituationen für den ambulant tätigen Therapeuten. Bei solchen Indikationen zur tagesklinischen und stationären Behandlung ist ein Gespräch mit allen Beteiligten (Familie und Patient) notwendig:

  1. Zur Aufklärung über die Ernsthaftigkeit der Erkrankung und der Gefahr bei unterlassener Behandlungsintensivierung
  2. Zur Notwendigkeit des Wechsels einer therapeutischen Strategie
  3. Zur Erklärung der zu erwartenden therapeutischen Maßnahmen
  4. Zur Erklärung der Folgen, falls diese Maßnahmen unterbleiben (soziale und persönliche Entwicklung, Chronifizierung und deren Folgen)
  5. Schließlich muss klar und deutlich vermittelt werden, dass der/die ambulant tätige Therapeut/in die Verantwortung nicht mehr übernehmen kann (Schweregrad, Verlauf, Grenzen der eigenen Kompetenz).

Bei allen aufgeführten sachlichen Überlegungen beeinflussen Ängste, Befürchtungen, Wünsche und Schuldzuschreibungen die Familiendynamik und den Entscheidungsprozess unterschwellig oder offen und sind deshalb wahrzunehmen und je nach Situation unterschiedlich zu bearbeiten.
Im Workshop werden neben diesen therapeutischen Aspekten für eine solche Behandlungssituation außerdem die Möglichkeiten einer stationären Unterbringung über familiengerichtliche Entscheidungen besprochen und welche Möglichkeiten bestehen, diese letztlich doch noch zu umgehen. Die Teilnehmer werden gebeten, eigene schwierige Situationen zur Diskussion zu stellen. Die wichtigsten kritischen Situationen werden nicht nur besprochen, sondern auch über Rollenspiele antizipiert.

4. EINFÜHRUNG IN DEN BEGRIFF DER HOCHBEGABUNG

(RAINER DIEFFENBACH, DATTELN)

Folgende Aspekte zum Thema Hochbegabung sollen diskutiert werden:
Was ist Hochbegabung? Wie identifiziert man Hochbegabung? Was ist im Umgang mit Hochbegabten zu berücksichtigen? Gibt es einen richtigen psychotherapeutischen Umgang mit Hochbegabten? Was sollte man im Umgang mit Hochbegabten vermeiden? Welchen Umgang pflegen wir mit den Eltern von Hochbegabten?

5. PROFESSIONELLE HILFE BEI HOCHSTRITTIGEN ELTERNPAAREN

(HEINER KRABBE, MÜNSTER)

Die heutige Kernfamilie ist vom Leitbild der bürgerlichen Familie abgerückt. Sie ist zum einen kindzentriert - strukturprägend sind erzieherische Handlungsschemata - zum anderen hat sich die Polarität zwischen den Geschlechtern verstärkt. So werden in der heutigen Kernfamilie zahlreiche erzieherische Themen und elterliche Aufgaben untereinander verhandelt (pädagogische Absprachen, Betreuungspläne, schulische Angelegenheiten, Religion, Krankheit/Gesundheit, Einbeziehung von Betreuungspersonen).
Zusätzlich haben Kinder und insbesondere Jugendliche eigene Themen, die zwischen ihnen und den Eltern von Zeit zu Zeit neu vereinbart werden müssen (Ausgehzeiten, Übernachtungen, Beruf, Freundschaften, eigenes Konto, Auszug).
Im Alltag der heutigen Kernfamilie kommt es in stärkerem Maße zu Konflikten. Es ist mehr Aufwand als früher nötig, um die verschiedenen Einzelbiographien zusammen zu halten.
Im Workshop sollen professionelle Hilfen an einem Praxisbeispiel vorgestellt und erprobt werden.

6. INTERVENTIONEN BEI LERNSTÖRUNGEN

(GERHARD W. LAUTH, KÖLN)

Lernstörungen sind auf unzureichende Lernaktivitäten (etwa aufgrund von Lernunlust, Motivationsmangel, Strategiedefizite) und/oder Beeinträchtigungen bei der Informationsverarbeitung (etwa aufgrund von Wissensdefiziten, Sprachschwierigkeiten) zurückzuführen. Die verhaltenstherapeutischen Interventionsformen regen entweder Lernprozesse an oder kompensieren unzureichende Lernvoraussetzungen. Dies geschieht beispielsweise durch die Vermittlung von metakognitiven Strategien, operanter Verstärkung, Training von Begriffswissen und Kategorisierungsfähigkeiten, systematischen Wissensaufbau durch Komplexitätsreduktion und Verhaltensformung. Diese Interventionsformen werden praxisnah anhand der wichtigsten Lernstörungen dargestellt.

Vorbereitende Literatur:
Lauth, G. W., Grünke, M. & Brunstein, J. C. (2004) (Hrsg.). Interventionen bei Lernstörungen, Förderung, Training, Therapie. Göttingen: Hogrefe.

7. ELTERN-AG - EIN PRÄVENTIONSPROGRAMM

(MEINRAD ARMBRUSTER, MAGDEBURG)

Das Präventionsprogramm "Eltern-AG", eine innovative Mischung aus Elternschule und Empowerment, richtet sich an Eltern von Kindern bis zum 7. Lebensjahr, die sozial benachteiligt oder bildungsfern sind bzw. einen Migrationshintergrund haben - also Menschen der sozialen Randgruppe, die normalerweise weder den Weg in die therapeutische Praxis noch in die Erziehungsberatungsstelle finden. Häufig fehlt es an erzieherischem Wissen und Alltagskompetenzen - Faktoren, die für die Entwicklung von kleinen Kindern zentral sind. Die Defizite rühren oft von Stress und lebensweltlichen Überforderungen her.
Im Workshop wird gezeigt, auf welche Weise diese Eltern mit Hilfe eines spezifischen Procederes für die Elternschule gewonnen werden. Die Eltern lernen in 20 Sitzungen selbstbestimmt, wie sie an wichtige Erziehungs-Infos kommen, wie sie kritische Situationen des Erziehungsalltags meistern und wie sie mit anderen Eltern kooperieren können. Folgende Eckpunkte der "Eltern-AG"-Philosophie werden im Workshop vertieft und praktisch demonstriert:

a) Erziehungsgrundsätze wie z.B. Akzeptanz und Ansprechbarkeit, Grenzen-Setzen und Konsequenz und konstruktives Austragen von Konflikten;

b) Kernpostulat, z.B. Eltern als Experten ihrer Kinder, intuitive Früherziehungskompetenzen, kompetente Kinder als aktive Gestalter ihrer Entwicklung und gleiche Augenhöhe der Experten;

c) Implementierung: Methodik des niedrigschwelligen, empowerment-orientierten Arbeitens und Mentorenansatz. Die gezeigten Ansätze eignen sich für einen Transfer in die eigene therapeutische Praxis in der Arbeit mit Eltern und Kindern.

8. KÖRPERTHERAPIE MIT JUGENDLICHEN -
EINE ERGÄNZUNG ZUR KOGNITIVEN VERHALTENSTHERAPIE


(SANDRA NIKESCH, MÜNSTER)

Den Körper wahrzunehmen und ihn als Spiegel der Seele zu begreifen ist gerade in der Arbeit mit Jugendlichen eine Bereicherung zum sprachlichen Ausdruck. Während des Seminars erhalten Sie Einblick in verschiedene körpertherapeutische Konzepte.
Anhand von praktischen Übungen lernen Sie Methoden kennen, deren Schwerpunkt auf der Wahrnehmung des eigenen Körpers liegt. Diese selbsterlebten Übungen lassen sich direkt in den Arbeitsalltag integrieren.

Workshops Block II


Alle Workshops innerhalb von Block II laufen parallel!

1. THERAPIE VON ESSGESTÖRTEN IM TAGESKLINISCHEN KONTEXT MITTELS FAMILIEN- UND GRUPPENTHERAPEUTISCHER INTERVENTIONEN

(MAUD RIX, KATJA SCHOLZ, DRESDEN)

Die Behandlung anorektischer Kinder und Jugendlicher stellt Therapeuten und Familien vor eine große Herausforderung. Die häufig notwendige stationäre Aufnahme entlastet Therapeuten und Eltern nur kurzfristig. Nach der Entlassung kommt es oft zu einer erneuten Gewichtsabnahme und einer Wiederkehr anorektischer Verhaltensweisen und Denkmuster - Eltern stehen diesem Rückfall ohnmächtig gegenüber.
In dem Workshop wird ein Therapieprogramm vorgestellt, das eine sofortige, intensive und praktisch-alltagsnahe Einbeziehung der Eltern in die Therapie realisiert.
Die Eltern bleiben damit in ihrer Verantwortlichkeit für das Kind und erlernen und erleben Kompetenz im Umgang mit der Krankheit. Das Kind wird zu keinem Zeitpunkt aus seinem sozialen Kontext ausgegliedert. Durch die Mehrfamiliengruppen werden sowohl familientherapeutische wie auch gruppentherapeutische Effekte wirksam. Das tagesklinische Setting erhöht zusätzlich die Intensität der Therapie. Das Konzept ist anwendbar bei leichter und schwerer Anorexie. Es kann sowohl als eigenständige Therapie als auch als Ergänzung oder Fortführung einer stationären Behandlung angewendet werden.
Nach den ersten Ergebnissen eines Forschungsprojektes London-Dresden zeigt sich, dass die stationäre Verweildauer sowie die Rückfallgefahr deutlich verringert werden. Ein manualisiertes Therapieprogramm liegt bereits vor.
Der Workshop bietet eine Einführung in die Arbeit mit dem "Dresdner Modell". Es werden familientherapeutische Techniken und insbesondere spezifische Interventionen in der Mehrfamiliengruppe mit anorektischen Patienten vermittelt.

2. VIDEO-HOME-TRAINING ALS METHODE IN DER ELTERNBERATUNG

(STEVEN CHURCH, TÜBINGEN)

VHT ist eine videounterstützte Beratungsmethode, die in Holland - ausgehend von der Elternberatung - inzwischen in allen Bereichen der sozialen Arbeit große Verbreitung gefunden hat.
Viele Konflikte und Probleme in der Erziehung haben ihre Ursachen in Kontaktstörungen. Mit Hilfe der Aufnahmen aus dem eigenen Familienalltag werden den Eltern gelungen Kontakte bewusst gemacht. Sie werden dabei unterstützt, zu erkennen, was Kinder brauchen, um sich auf Beziehung und damit auch auf Erziehung einlassen zu können. Eltern werden ermutigt, eine authentische und förderliche Haltung in der Erziehung zu entwickeln. Der Workshop soll eine praxisnahe Einführung in diese neue Form der videounterstützten ressourcen- und lösungsorientierten Beratung der Eltern bieten.
Zielgruppe: Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen und PsychotherapeutInnen in Ausbildung.
Methoden: Vortrag zum methodischen Ansatz, Video-Präsentation von Fallbeispielen, Videoanalyse/-diagnostik, Rollenspiel.
Literatur:
Stephen Church, Video-Home-Training - eine familienaktivierende Hilfe, in: Von wegen Privatsache?, Erziehungspartnerschaft zwischen Familie und Gesellschaft, AJS Jahrestagungsband, Stuttgart 2004
Scheper, Guy und König, Claudia, Video-Home-Training, Eine neue Methode in der Familienhilfe, Edition Sozial, Beltz Verlag, 2000

3. KINDER UND JUGENDLICHE IM TRENNUNGS- UND SCHEIDUNGSKONFLIKT - SYMPTOME UND IHRE BEWÄLTIGUNGSMÖGLICHKEITEN

(HEINER KRABBE, MÜNSTER)

Scheidungen haben in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten in großem Umfang zugenommen. Damit hat sich die Zahl der Kinder erhöht, deren Eltern geschieden sind. Zählt man noch die Zahl der Kinder aus getrennt lebenden, nichtehelichen Lebensgemeinschaften hinzu, liegt ihre Zahl noch höher.
Die Kinder und Jugendlichen reagieren auf diese Trennungen ihrer Eltern in unterschiedlicher Form je nach Alter und Geschlecht. Bei den juristischen und psychotherapeutischen Fachleuten ist es umstritten, wie ihre Symptome einzuschätzen sind und was die Kinder und Jugendlichen brauchen, um die Trennung zu bewältigen.
Im Workshop werden Informationen und professionelle Hilfen zum Thema vorgestellt und an Praxisbeispielen erprobt.

4. KOMPETENZTRAINING MIT ELTERN SOZIAL AUFFÄLLIGER KINDER (KES)

(GERHARD W. LAUTH, KÖLN)

Das Training wendet sich an Eltern von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen und Störungen des Sozialverhaltens. Es geht von einem stress- und ressourcen-theoretischen Konzept aus, dementsprechend soll das familiäre Stressniveau rasch und zuverlässig abgesenkt und die erzieherischen Fertigkeiten der Eltern verbessert werden. Das Training besteht aus sechs Sitzungen und einer Auffrischsitzung, die etwa sechs Wochen danach stattfindet. Jede Trainingssitzung steht unter einem eigenen Thema: die eigenen Alltagsschwierigkeiten bestimmen, die Beziehung zum Kind verbessern, Gedanken und Gefühle trennen, schwierige Alltagssituationen überdenken und anders gestalten, gezielt loben und tadeln, wirksame Anweisungen geben, Familienstrukturen entwickeln. Die Eltern probieren das Gelernte zwischen den einzelnen Sitzungen aus (Wochenaufgaben).
Der Workshop stellt das Elterntraining anschaulich dar. Wichtige Vorgehensweisen werden vorgeführt bzw. erarbeitet. Die TeilnehmerInnen sollen das Training kennen lernen und wissen wie und bei welchen Eltern es durchgeführt werden kann.
Vorbereitende Literatur:
Lauth, G. W. & Heubeck, B. (im Druck, 2005). Kompetenztraining mit Eltern sozial auffälliger Kinder (KES). Göttingen: Hogrefe.

5. DIE FAMILIENTHERAPEUTISCHE BEHANDLUNG VON SOZIAL UND EMOTIONAL GESTÖRTEN KINDERN IM GRUPPENTHERAPEUTISCHEN SETTING MIT MEHREREN FAMILIEN
 
(HEIKE SCHEMMEL, BEATE SCHELL, DIETMAR SELIG, DRESDEN)

Die gruppentherapeutischen Wirkfaktoren und Chancen familientherapeutischer Behandlung wie die Überwindung von sozialer Isolation und Stigmatisierung, Solidarisierung, gegenseitige Unterstützung, gegenseitiges Feedback, Modelllernen, Rollenspiele etc. bieten Möglichkeiten, die im einzeltherapeutischen Setting nicht verfügbar sind. Die Familien profitieren im günstigen Fall voneinander, Selbsthilfekräfte werden aktiviert.
In dem Workshop sollen die TeilnehmerInnen mit dem Konzept der Multifamilientherapie vertraut gemacht werden. Ziel ist es, die Ressourcen eines gruppentherapeutischen Settings für die Behandlung des einzelnen Kindes und der einzelnen Familie erfahrbar zu machen. In praktischen Übungen soll deutlich werden, welche Voraussetzungen notwendig sind, damit sich gruppentherapeutische Wirkfaktoren entfalten können und mit welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen unter Umständen zu rechnen ist.

6. REFLEXION THERAPEUTISCH SCHWIERIGER SITUATIONEN AUF DEM HINTERGRUND BIOGRAFISCHER ERFAHRUNGEN (SELBSTERFAHRUNG)

(MONIKA BASQUÉ, BERLIN, WOLFGANG JÄNICKE, NOTTULN)

In Anlehnung an das Konzept der interaktionellen Verhaltenstherapie in und mit Gruppen werden biografische Einflüsse auf therapeutisches Handeln thematisiert und reflektiert, die als Beschränkung oder als Ressource bei der Bewältigung therapeutischer Aufgaben - insbesondere der Beziehungsgestaltung - erlebt werden können.
Ausgehend von der Identifizierung lebensgeschichtlich bedeutsamer Erfahrungen (internalisierten Botschaften, Überzeugungen und Regeln) werden individuelle Konfliktmuster und ihre Auswirkungen auf therapeutisches Handeln in als problematisch erlebten therapeutischen Situationen untersucht.
Ziel ist die Erweiterung des interaktionellen Repertoires und die Erhöhung der Flexibilität therapeutischen Handelns durch die Entwicklung von Ambivalenztoleranz, Stärkung der Selbstverantwortung und klarer Selbstdefinition.
Dieser Workshop ist als Selbsterfahrung für die Psychotherapieausbildung anrechenbar!

7. UNDERACHIEVER: GENESE DER HOCHBEGABUNG UND PSYCHOTHERAPEUTISCHE INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN

(RAINER DIEFFENBACH, DATTELN)

Folgende Aspekte zum Thema Hochbegabung sollen in diesem Workshop theoretisch und anhand praktischer Beispiele und Vertiefung bearbeitet werden:
Welche seelischen Probleme haben Hochbegabte in den verschiedenen Altersstufen?
Gibt es einen Unterschied männlicher und weiblicher Hochbegabter?
Wie sehen die Karrieren von unerkannten Hochbegabten aus?
Wie sehen die familiären Systeme von underachiever aus?
Welche erzieherischen Hilfen gibt es für seelisch gestörte Hochbegabte?
Welche schulischen Hilfestellungen gibt es für seelisch gestörte Hochbegabte?
Wie sieht der psychotherapeutische Ansatz für seelisch gestörte Hochbegabte aus?

Organisatorisches:

 

Veranstaltungsort:Universitätsklinikums "Carl Gustav Carus"
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Fetscherstr. 74 (nicht: Goetheallee!)
01307 Dresden

Eine Wegbeschreibung mit Raumangabe erhalten Sie mit Ihrer schriftlichen Workshopzusage.

Tagungsablauf:

Block I:

Block II:

Es werden zwei Workshop-Blöcke angeboten, die jeweils bis zu acht Workshops umfassen:

Freitag, 4.11.2005 von 14:00 bis 18:00 Uhr

Freitag, 4.11.2005 von 19:00 bis 20:30 Uhr und
Samstag, 5.11.2005 von 9:00 bis 16:30 Uhr

Rahmenprogramm:Informationen zum Rahmenprogramm erhalten Sie mit Ihrer Anmeldebestätigung.
Tagungsbüro:Das Tagungsbüro ist am Freitag ab ca. 12.00 Uhr geöffnet.
Organisation, Information und Anmeldung:Deutsche Gesellschaft
für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V.
Referat für Aus- und Weiterbildung
Neckarhalde 55
72070 Tübingen
Tel. 07071- 94 34 44
Fax  07071- 94 34 35
E-Mail: awk@dgvt.de
Hinweise zur Anmeldung:

Bitte füllen Sie das Anmeldeformular aus .
Geben Sie bitte jeweils möglichst zwei Workshoppräferenzen an!
Wenn die Teilnahme am Workshop mit erster Priorität nicht möglich sein sollte, da bereits alle Plätze besetzt sind oder aber der Workshop nicht zustande kommt, gilt Ihre Anmeldung für den an zweiter Stelle genannten Workshop.

Bitte begleichen Sie die Tagungsgebühr mit Ihrer Anmeldung durch Überweisung auf unser Konto bei der
Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
Kontonr. 28 25 85-709 

Geben Sie als Verwendungszweck bitte unbedingt
"T63020 - Praxistage 2005"
an.

Die Anmeldungen werden erst nach Eingang der Zahlung gültig und werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.

Rücktrittsbedingungen:Bis vier Wochen vor Beginn der Praxistage können Sie schriftlich (per Brief oder Fax) von Ihrer verbindlichen Anmeldung zurücktreten. Wir erstatten Ihnen dann 75% der gezahlten Teilnahmegebühr zurück.

Sollten die von Ihnen gewählten Workshops nicht zustande kommen, erstatten wir Ihnen die Teilnahmegebühr in voller Höhe zurück. Geben Sie dafür bitte auf dem Anmeldevordruck unbedingt Ihre Bankverbindung (Bank, Bankleitzahl und Kontonummer) an.

Übernachtungsmöglichkeiten in Dresden:

Name der EinrichtungTelefonnummer
Email/Website
Aparthotel
Villa Freisleben
Loschwitzer Str. 40
01309 Dresden

03 51
3 36 89 - 0
Fax: - 89 40

villa-freisleben-dresden@t-online.de
www.villa-freisleben.de
Hotel Am Blauen Wunder
Loschwitzer Str. 48
01309 Dresden

03 51
33 66 0

reservierung@habw.de
www.habw.de
Hotel Alttolkewitzer Hof
Alttolkewitz 7
01279 Dresden

03 51
2 51 04 31
Fax: 2 52 65 04

alttolkewitzer-hof@ t-online.de
www.alttolkewitzer-hof.de
Hotel Elbterrasse Wachwitz
Altwachwitz 14
01326 Dresden

03 51
2 69 61 - 0
Fax: - 13

elbterrasse-wachwitz@
t-online.de
www.elbterrasse-wachwitz.de
Hotel Smetana
Schlüterstr. 25
01277 Dresden

03 51
2 56 08 - 0
Fax: - 88

info@hotel-smetana.de
www.hotel-smetana.de
Pension Andreas
Mendelssohnallee 40
01309 Dresden

03 51
3 15 77 - 0
Fax: - 55

pension_andreasdd@
t-online.de
www.pensionandreas.de
Pension Blüher
Alemannenstr. 24
01309 Dresden

03 51
3 36 07 66
Fax: - 69

www.pension-blüher.de
Pension Eiselt
Teutoburgstr. 6
01309 Dresden

03 51
3 10 48 03

gute-seele@pension-eiselt.de
www.pension-eiselt.de
Pension Maria
Körnerweg 4
01326 Dresden

03 51
2 64 04 97

www.mon.de/dd/
landhaus.maria
Pension Papagei
Blasewitzer Str. 50
01307 Dresden

03 51
4 44 50

dresden@awv.de
www.awv.de

Weitere Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter www.dresden.de oder
Tel. 0351-49192222!