3. DGVT - Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in München/Bad Tölz

"Spielen, Reden, Experimentieren - Psychotherapie in verschiedenen Entwicklungsphasen"

am 5. und 6. November 2004

.... ein Wort vorab:

Die Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der DGVT lädt Sie recht herzlich zu den 3. Praxistagen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie nach München ein. Die OrganisatorInnen haben versucht, mit dem Thema die gesamte Bandbreite der in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie erfassten Personengruppe und Störungsbilder zu symbolisieren.

Die Kinder- und Jugendlichentherapie umfasst grundsätzlich den gesamten Zeitraum von wenigen Wochen nach der Geburt bis zum Übergang ins Erwachsenenalter. Gerade die Verhaltenstherapie stellt hierfür entsprechende Konzepte und Methoden zur Verfügung. In der Praxis treffen wir aber auch auf eher untypische und nur begrenzt in der Literatur behandelte Störungsbilder - und einem damit einhergehenden eher "untypischen" Einsatz therapeutischer Methoden.

Diese verschiedenen Bereiche und Anwendungsmöglichkeiten machen das Interessante an der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie aus, stellen aber gleichzeitig eine große Heraus-forderung an die TherapeutInnen dar.

Die Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hofft, mit dem breiten Spektrum an Angeboten einige der Herausforderungen der täglichen Praxis abzudecken.

Ihre Vorbereitungsgruppe
Rita Dittrich, Michael Borg-Laufs, Rudi Merod, Gerd Per, Sonja Stolp, Anke Tolzin

Das Programm im Überblick

Begrüßung und Eröffnungsvortrag

Freitag, 05.11.2004, 13.00 - 13.45 Uhr

Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen:
Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven

(Silvia Schneider, Basel)

Im Anschluss beginnen die Workshops:

Workshop Block I:

Freitag, 05.11.2004, 14.00 - 18.00 Uhr

Die folgenden 5-stündigen Kurzworkshops stehen zur Auswahl

  1. Einführung in die Eltern-Kind-Interaktionstherapie (Susann Boie, München) bereits belegt!
  2. Ressourcenanalyse mit Kindern (Michael Borg-Laufs, Essen) bereits belegt!
  3. Kreative Biografiearbeit mit Jugendlichen (Heidi Brick-Eilers, Dorsten)
  4. Behandlung von ADHS im Jugendalter (Ute Dürrwächter, Tübingen)
  5. DBT-A: Behandlung von Borderline-Störungen im Jugendalter (Rudi Merod, München)
  6. Diagnostik und Behandlung von traumabedingten Störungen im Kindes- und Jugendalter (Rita Rosner und Maria Gavranidou, München) bereits belegt!
  7. Trennungsangst (Silvia Schneider, Basel)
  8. SupervisorInnen-Kolloquium (nur für DGVT-SupervisorInnen - Wolfgang Jänicke, Nottuln)

Workshop Block II:

Auftakt: Freitag, 05.11.2004, 19.00 - 20.30 Uhr
Fortsetzung: Samstag, 06.11.2004, 9.00 - 16.30 Uhr
Die folgenden 10-stündigen Workshops stehen zur Auswahl
  1. Kognitive Therapie im Grundschulalter (Renate Breitenbach, München) bereits belegt!
  2. Video-Interaktionstraining mit Risikofamilien (Ragna Cordes, Bremen)
  3. Psychosen im Kinder- und Jugendalter - Differentialdiagnostik (z. B. Drogen?), kinder- und jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Behandlung (Wolfram Metzger, Ravensburg) - Kurzworkshop!
  4. Familientherapie für Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen (Hans-Peter Heekerens und Maria Ohlig, Utting a. A.) bereits belegt!
  5. Verhaltenstherapeutische Grundlagen und ihre Anwendung vom Säuglings- bis zum Jugendalter (Nina Heinrichs, Braunschweig) bereits belegt!
  6. Therapie von Lern-Leistungsstörungen (Carsten Schmidt, Rendsburg) bereits belegt!
  7. Psychologische Esstherapie bei frühkindlichen Ess- und Gedeihstörungen (Sonja Stolp und Susanna Blazek, München) bereits belegt!
  8. Umgang mit suizidalen Krisen bei Kindern und Jugendlichen (Sebastian Wolf, München) bereits belegt!

*Die Gesamtveranstaltung ist mit 18 Fortbildungspunkten von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt.

Es folgen die ausführlichen Beschreibungen der Workshopangebote aus Block I und II:

Alle Workshops innerhalb des ersten Workshop-Blocks sowie
die Workshops innerhalb des zweiten Blocks laufen parallel!

Workshop Block I - Kurzworkshops

1. Einführung in die Eltern-Kind-Interaktionstherapie

(Susanne Boie, München) bereits belegt!

Kindliche Verhaltensauffälligkeiten (z. B. oppositionelles Verhalten, ängstliches Verhalten, Verweigerung in Förder- und Lernsituationen, aggressives Verhalten) werden oft durch elterliche Reaktionen so verstärkt, dass ein ungünstiges Interaktions- und Steuerungsmuster zur Aufrechterhaltung der Auffälligkeit entsteht.

In der E.-K.-Interaktionstherapie werden Videoaufnahmen von typischen Interaktionssituationen zwischen Eltern und Kind gefertigt, die mit den Eltern zusammen analysiert werden. Mit Unterstützung des/der Therapeuten/in können Eltern selber an sich Verhaltensweisen entdecken, die sich wenig förderlich auf das Verhalten des Kindes auswirken. Günstigere Interaktionsmuster werden besprochen, durch Rollenspiel eingeübt und im erzieherischen Alltag erprobt.

Inhalte des Workshops sind:

  • Wahrnehmungstraining an Videobeispielen
  • Videoanalyse von Interaktionen nach den Bereichen Beziehung, Schwierigkeitsstufe, Grenzsetzung
  • Standardsituationen der Videodiagnostik
  • Indikationen für Interaktionstherapie
  • Therapeutisches Vorgehen bei Interaktionstherapie

2. Ressourcenanalyse mit Kindern

(Michael Borg-Laufs, Essen) bereits belegt!

In diesem Workshop werden Möglichkeiten vorgestellt und diskutiert, sich über die Ressourcen von Kindern einen Überblick zu verschaffen und die Ergebnisse der Analyse in die Therapieplanung einfließen zu lassen. Insbesondere die Verwirklichung der psychologischen Grundbedürfnisse nach Bindung, Kontrolle/Orientierung, Sebstwerterhöhung und Lustgewinn/Unlustvermeidung werden hier als mögliche Ressourcen betrachtet, die es zu nutzen, sichern oder aufzubauen gilt.

3. Kreative Biografiearbeit mit Jugendlichen

(Heidi Brick-Eilers, Dorsten)

Manche Verhaltensmuster, Regeln, Traditionen und Rituale, die wir aus unseren Herkunftsfamilien als Kinder bzw. in unseren Gegenwartsbeziehungen gelernt haben behindern einen liebevollen, wachstumsfördernden Umgang mit unseren Kindern und Jugendlichen.
Wenn diese daran seelisch erkranken, sind wir als PsychotherapeutInnen mit unserer ganzen Kreativität und liebevollen Unterstützung wichtiger Motor für seelische Gesundheit und achtsame Selbstverwirklichung.
Die in diesem Kurs vorgestellten kreativen Ansätze berücksichtigen:

  1. Einsatz in Bezug auf Alter und Entwicklungsstufe
  2. Einsatz in Bezug auf Störungsbilder und Effizienz
  3. Welche Methode ist wann kontraindiziert und warum
  4. Wie kann ich als PsychotherapeutIn mit Methoden anderer Schulen verhaltenstherapeutisch weiterarbeiten?
  5. Vorgestellt werden zur ressourcen- und konfliktorientierten Bearbeitung Methoden aus der Herkunftsfamilienarbeit, z. B. Familienskulptur (Satir), der Spieltherapie, Techniken im Umgang mit der Fantasie sowie körperbezogene Techniken.
  6. Die TeilnehmerInnen erfahren anhand von praktischen Übungen spielerisch die jeweilige Wirkweise sowie ihre eigenen positiven Ressourcen ihrer Kreativität.

4. Behandlung von ADHS im Jugendalter

(Ute Dürrwächter, Tübingen)

Die verhaltenstherapeutischen Manuale zur Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung (Lauth & Schlottke, 2004; Döpfner, Schürmann & Frölich) sind sehr stark auf der Arbeit mit Kindern im Grundschulalter ausgerichtet. Für die Therapie von Jugendlichen bedarf es deshalb einer Anpassung der zentralen Bausteine der Trainingsprogramme, wie bspw. den Aufbau und die Flexibilisierung von Problemlösestrategien, an die entsprechende Altersgruppe.

Anhand von Fallbeispielen werden die Möglichkeiten hierfür praxisnah dargestellt. Darüber hinaus wird vertiefend auf die Schwierigkeiten bei der Behandlung durch komorbide Störungen und ihren Einfluss auf die Gestaltung der inhaltlichen Schwerpunkt der Therapie eingegangen.

5. DBT-A: Behandlung von Borderline-Störungen
im Jugendalter

(Rudi Merod, München)

Borderline-Störungen treten bereits bei Jugendlichen auf und führen dort zu großen Problemen. Im Erwachsenenalter stellt die dialektisch-behaviorale Therapie der Borderline-Störungen (Linehan, 1996) ein gut evaluiertes Programm zur Behandlung dieser Störung dar. Dieses Programm wurde nun für Jugendliche adaptiert. Es soll bei diesem Workshop in seinen Möglichkeiten und Grenzen dargestellt werden. Das Einbringen eigener Fallbeispiele ist sehr erwünscht, da anhand dieser Beispiele die Anwendungsmöglichkeiten praxisnah gezeigt werden.

6. Diagnostik und Behandlung von traumabedingten
Störungen im Kindes- und Jugendalter

(Rita Rosner und Maria Gavranidou, München) bereits belegt!

Hauptgegenstand des Workshops ist die Darstellung und Erklärung der Posttraumatischen Belastungsstörung als Konsequenz von Traumatisierungen im Kindes- und Jugendalter. Im ersten Teil der Veranstaltung sollen PTB-Symptome in den unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsphasen sowie der Verlauf der PTB in den unterschiedlichen Altersstufen erläutert werden. Differenzialdiagnostik und die Problematik der Fehldiagnostik werden ebenso thematisiert. Im zweiten Abschnitt wollen wir auf empirisch überprüfte Verfahren der Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen eingehen. Die Arbeit mit den Eltern wird abschließend diskutiert.

7. Trennungsangst

(Silvia Schneider, Basel)

Angst kennt jedes Kind und Ängste gehören zur normalen Entwicklung eines Kindes. Aber Ängste können sich auch zu Krankheiten auswachsen. Aktuelle Befragungen von Kindern weisen eindringlich darauf hin, dass Angststörungen zu den häufigsten psychischen Störungen bei Kindern gehören. Zudem wissen wir heute, dass diese frühen klinischen Ängste eine Schrittmacherfunktion für das Auftreten von psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter haben. Der Kurs wird einen Überblick über Erscheinungsbild, Klassifikation, Ätiologie und Behandlung von Ängsten bei Kindern und Jugendlichen geben. Zu den Inhalten gehören Modelle zur Entstehen und Aufrechterhaltung der Störungen unter Berücksichtigung familiärer Aspekte sowie die darauf aufbauenden therapeutischen Interventionen. Fallbezogen werden konkrete psychotherapeutische Vorgehensweisen zur Behandlung von Trennungsängsten vorgestellt.

Literatur: Schneider, S. (2004). Störung mit Trennungsangst. In: S. Schneider (Hrsg). Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen: Grundlagen und Behandlung. Berlin: Springer

8. SupervisorInnen-Kolloquium
(nur für DGVT-SupervisorInnen!)

(Wolfgang Jänicke, Nottuln) bereits belegt!

- Die SupervisorInnen werden direkt von der Geschäftsstelle der DGVT angeschrieben und über den Inhalt des Kolloquiums informiert -

Workshop Block II

1. Kognitive Therapie im Grundschulalter

(Renate Breitenbach, München) bereits belegt!

Kognitive Therapie mit Kindern wird häufig als ein Sammelbegriff für unterschiedliche Behandlungstechniken und -strategien verwendet. Inhalt des Workshops ist die Anwendung von kognitiver Therapie im eigentlichen Sinn (Beck 1995, Ellis 1972, 1976) bei Kindern. Unterschiede zur kognitiven Therapie bei Erwachsenen werden herausgearbeitet (z.B. Wichtigkeit der kognitiven Entwicklungsstufe, Unterscheidung zwischen Kognitionen vor und in Situationen).

Fragen der Indikation bei internalisierenden Verhaltensschwierigkeiten werden besprochen. Dabei werden dysfunktionale Kognitionen, die in Zusammenhang mit diesen Störungsbildern häufig auftreten (z. B. negative Selbstevaluation, negativer Attributionsstil, mangelhafter Informationsverarbeitung, negatives Selbstwertgefühl, Fehlinterpretationen sozialer Interaktionen) in ihrer Erscheinungsform bei Kindern dargestellt.

Methoden für wesentliche Themen in der kognitiven Therapie mit Kindern (wie z. B. eigene Gefühle erkennen und benennen, einen Zusammenhang zwischen Situation und eigenem Gefühl herstellen, die Möglichkeit unterschiedlicher verursachender Faktoren für ein bestimmtes Gefühl feststellen, einen Zusammenhang zwischen eigenem Gefühl und vorhergehenden Gedanken herstellen, Wahrnehmung von anderen Personen, ihren Gefühlen, Gedanken und Sichtweisen) werden in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand vorgestellt und geübt.

Zu diesen Methoden gehört z. B. die Verwendung unterschiedlicher Medien (Fotos, Comics, Bildgeschichten, selbst gemalte Bilder), pantomimisches Spiel (Erraten von Ausdrucksmerkmalen), Gefühle-Quiz, mutual story telling technique.

Literatur:
Breitenbach, R. (2001). Rational-emotive Therapie und rationale Disputation. In M. Borg-Laufs (Hrsg.), Lehrbuch der Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen. Band 2: Interventionsmethoden (S. 433-454). Tübingen: DGVT.

2. Video-Interaktionstraining mit Risikofamilien

(Ragna Cordes, Bremen)

Das Video-Interaktionstraining ist eine neue Form des Elterntrainings, das auf dem Video-Home-Training aus den Niederlanden basiert und von der Referentin speziell für mehrfachbelastete Familien entwickelt wurde.

Ziel des Trainings ist es, psychosozial belasteten Familien Kompetenzen im Umgang mit ihrem Kind zu vermitteln. Besonderheit dieses Vorgehens ist, dass es wenig sprachgebunden ist, in der Familie zu Hause stattfindet und an der aktuell für die Eltern schwierigen Situation ansetzt. Anhand von Videoaufnahmen alltäglicher Problemsituationen in den Familien werden die Eltern für das Verhalten ihres Kindes sensibilisiert. Die genaue Beobachtung ihres eigenen kommunikativen Verhaltens und der Reaktionen ihres Kindes ermöglicht es den Eltern, ihr Verhalten dem Kind anzupassen und immer öfter in einen positiven Austausch mit dem Kind zu treten. Die Eltern lernen, problematisches Verhalten früh zu erkennen und dem Verhalten vorzubeugen. Gemeinsam mit der/dem Trainerin/Trainer erarbeiten sie konkrete Strategien, um mit schwierigem Verhalten des Kindes umzugehen.
Eine erste Überprüfung des Trainings ergab, dass Risikofamilien im hohem Maße von diesem Vorgehen profitieren und oft schon nach kurzer Zeit (10-15 Stunden) deutliche und stabile Verhaltensveränderungen bei Eltern und Kindern erreicht werden können.

In dieser Fortbildung werden die Teilnehmer zunächst in der sorgfältigen Beobachtung von Verhalten anhand von Videos geschult. Die wesentlichen Elemente des Trainings werden an Fallbeispielen vorgestellt und von den Teilnehmern praktisch eingeübt.

Literatur:
Cordes, R. (1995). Soziale Interaktion autistischer Kleinkinder. Videogestützte Analyse der
Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Weinheim: Deutscher Studien Verlag.
Cordes, R. (2000). Videogestütztes Trainingsprogramm für Risikofamilien. Entwicklung und Erprobung eines Video-Interaktionstrainings. Hamburg: Kovac.
Cordes, R. & Petermann, F. (2001). Das Video-Interaktionstraining: Ein neues Training für
Risikofamilien. Kindheit und Entwicklung, 10, 2, 124-131.

3. Psychosen im Kinder- und Jugendalter-Differenzialdiagnostik (z. B. Drogen?), kinder- und jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Behandlung

(Wolfram Metzger, Ravensburg)

 

Bitte beachten Sie: Dies ist ein Kurzworkshop am
Samstag, den 6.11.2004 von 9.00 - 13.00 Uhr

Schizophrene Psychosen haben eine globale Häufigkeit, die in etwa der der Zuckerkrankheit (Typ-1-Diabetes) entspricht. Early-onset, d.h. früh beginnende Psychosen sind zwar seltener aber prognostisch umso schwerwiegender. Junge psychosebetroffene PatientInnen erleben Einschnitte in ihrer Entwicklung, die eine wirkungsvolle Früherkennung und Intervention erforderlich machen. In diesem Seminar soll ein umfassender Überblick mit klinischer und therapeutischer Relevanz vermittelt werden. Dabei sollen psychiatrische wie auch pädagogisch-therapeutische Interventionsstrategien zur Anwendung kommen.

Systematik psychotischer Störungen im Jugendalter, Ätiologiemodelle und zeitgemäße Behandlung

Hauptthemen

  • 1. Klassifikation und Symptomatik
  • 2. Differentialdiagnostik
  • 3. Psychiatrische Untersuchung
  • 4. Ätiologiemodelle
  • 5. Exkurs Drogenassoziierte Psychosen
  • 6. Differentielle Behandlung

ambulant vs stationär
auch gegen den Willen der Betroffenen - rechtliche Situation?
Überblick Psychopharmakotherapie
Störungsspezifische Edukation und stützende Psychotherapie
Alternative Ansätze: Soteria-Modell und Familientherapie
Besondere Anforderungen, z.B. bei Komorbidität u.a.

7. Verläufe8. Rehabilitation

(u.a. aufgrund der mit dieser Altersphase verbundenen, vielfältigen Veränderungs- und Entwicklungsprozesse) völlig uneinheitlich. Selbst vermeintlich aussichtslos erscheinende Erkrankungen zeigen manchmal im Langzeitverlauf erstaunliche Gesundungsprozesse, so dass sich TherapeutInnen sich niemals von Hoffnungslosigkeit lähmen lassen sollten. Die Schwere der psychischen Erkrankung, die Beeinträchtigung in der Lebensbewältigung und die Auswirkungen auf die weitere Entwicklung erfordern intensive und längerfristige ärztliche und therapeutische Bemühungen, die oft hohe Anforderungen an die Behandelnden, die Bezugspersonen und das ganze Helfersystem stellen.

4. Familientherapie für Kinder- und
JugendlichenpsychotherapeutInnen

(Hans-Peter Heekerens und Maria Ohling, Utting a. A.) bereits belegt!

VerhaltenstherapeutInnen besonders im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie schon immer mit Bezugspersonen des jeweiligen Patienten gearbeitet. Aus vielerlei Gründen kam es aber in Deutschland im Unterschied zu den USA nie zu einer wirklichen Verknüpfung von Verhaltenstherapie und Familientherapie.
In den USA mit ihrer pragmatischen Tradition geschah dies sehr wohl. Hier wird Familientherapie sowohl zur Bezeichnung eines Behandlungssettings als auch eines Behandlungsansatzes, nämlich eines systemischen, verstanden. Und der Erfolg solcher Modelle zeigt, dass sich eine behaviorale und eine systemische Sichtweise im pragmatischen Vorgehen sehr wohl vereinen lassen. Und genau darum geht es in diesem Workshop.

An erster Stelle steht die Arbeit mit dem Material, das TeilnehmerInnen mitbringen: Life-Supervision, Analyse von Videomitschnitten (VHS oder Video-8) der Familienbasierten Arbeit von TeilnehmerInnen, kollegiale Fallarbeit.

Der Workshop ist anerkennungsfähig als Selbsterfahrungsseminar!

5. Verhaltenstherapeutische Grundlagen und ihre Anwendung
vom Säuglings- bis zum Jugendalter

(Nina Heinrichs, Braunschweig) bereits belegt!

In diesem Workshop wird es darum gehen, wie man die verhaltenstheoretischen Grundlagen über verschiedene Entwicklungsstufen in der Arbeit mit Eltern und Kindern verwirklichen könnte. Dabei werden zwei Perspektiven gewählt: (1) grundlegende verhaltenstheoretische Ansätze in der Beratung und Unterstützung von Familien und (2) die Anwendung dieser Grundsätze und ihrer Adaption für spezifische Störungsbilder. Ein Teil des Workshops wird sich mit den Grundlagen positiver Erziehung und ihrer Umsetzung in der Elternberatung beschäftigen. Dazu gehört auch das Wissen um potentielle Ursachen und Risikofaktoren für kindliche emotionale und behaviorale Probleme, sowie entwicklungspsychologische Aspekte. Ziel ist die Förderung der kindlichen Entwicklung und der angemessene Umgang mit Problemverhalten. Eines der wichtigsten Mittel zur Identifizierung von (problematischen) Zusammenhängen ist die Verhaltens- und Ressourcenanalyse. Sie ist für die meisten Störungen im Kindes- und Jugendalter unerlässlich. Je älter die Kinder werden, desto stärker sollten auch kognitionstheoretische Überlegungen in die Therapieplanung mit eingehen, zum Beispiel in Form von vertikalen Verhaltens- und Plananalysen.

Neben den allgemeinen verhaltenstheoretischen Techniken zum Umgang mit Familien sollen auch Therapiemaßnahmen für spezielle Störungsbilder in Kindheit und Jugend erörtert werden. Zu jeder Entwicklungsstufe soll exemplarisch ein Fall dagestellt und die Behandlung unter Berücksichtigung verhaltenstherapeutischer Konzeptionen diskutiert werden. Unter anderem werden angesprochen: Ein- und Durchschlafstörungen bei Säuglingen und Vorschulkindern, emotionale Störungen des Kindesalters (insbesondere mit Trennungsangst), selektiver Mutismus, Störung des Sozialverhaltens, Tic-Störungen im Kindesalter und (in Abhängigkeit von der Zeit) Anorexie sowie Dissozialität im Jugendalter. Die besondere Berücksichtigung von geistiger Behinderung im Rahmen von Verhaltenstörungen soll ebenfalls besprochen werden.

Der Workshop wird verschiedene Arbeitsformen berücksichtigen, darunter auch Klein- und Großgruppenübungen sowie Rollenspiele.

6. Therapie von Lern-Leistungsstörungen

(Carsten Schmidt, Rensburg) bereits belegt!

Dieser Workshop schließt an meinem Workshop Diagnostik bei Lern-Leistungsstörungen von den letztjährigen Praxistagen an und widmet sich der Frage, wie man Schülern unterschiedlicher Alters- bzw. Klassenstufen bei der Bewältigung ihrer Lern-Leistungsprobleme unter Zuhilfenahme insbesondere verhaltenstherapeutischer Konzepte adäquat helfen kann. Auch wenn der diesjährige Workshop als 2. Teil konzipiert ist, kann er dennoch ebenso nutzbringend von Interessierten besucht werden, die am letztjährigen Workshop nicht teilgenommen haben.

Ziel dieses Workshops ist es, den TeilnehmerInnen einen Einblick in das konkrete therapeutische Vorgehen bei der Behandlung von Lern-Leistungsstörungen zu vermitteln. Dabei wird der praxisnahe Einsatz eher konditionierender Techniken bei jüngeren SchülerInnen (Stichwort: positive Versträrkung mittels Token-Programm) ebenso thematisiert werden wie eher kognitiv orientierte, verhaltensmodifizierende Verfahren bei älteren SchülerInnen (Stichwort: Erarbeitung von Therapiezielen und diverser Wege zur Erreichung dieser Ziele im Rahmen einer Selbstmanagement-Therapie im Sinne Kanfers).

In diesem Zusammenhang soll auch über den eigentlichen VT-Tellerrand hinausgeschaut werden auf andere Therapieeinrichtungen, die zusätzliche, ebenfalls hilfreiche und wirksame Techniken zur Verfügung stellen, wie etwa die lösungsorientierte Kurzzeittherapie nach De Shazer. Neben der konkreten Vorgehensweise bei den Störungsbildern Legasthenie und Dyskalkulie wird die Behandlung der zum erfolgreichen Lernen unabdingbaren Voraussetzungs-Variablen Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Arbeitshaltung und -organisation sowie Motivation im Fokus der Betrachtungen stehen.

7. Psychologische Esstherapie bei
frühkindlichen Ess- und Gedeihstörungen

(Sonja Stolp und Susanna Blazek, München) bereits belegt!

Frühkindliche Ess- und Gedeihstörungen haben wegen ihrer weitreichenden Folgen große Auswirkungen auf das familiäre Miteinander, den Tagesablauf und die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Nach dem heutigen Kenntnisstand der Forschung stellen die typischen Störungen im Säuglings- und Kindesalter (exzessives Schreien, Ess- und Gedeihstörungen) ein besonderes Risiko für die Entwicklung von Störungen im nachfolgenden Alterstufen dar. Eine frühzeitige Behandlung ist hier deshalb als präventiv anzusehen.

Nach einem Überblick über Ursachen, Diagnostik und Therapie, wird besonders auf Interventionen bei Säuglingen und Kleinkindern eingegangen, bei denen sich ein problematisches Essverhalten gefestigt hat.

Beispielhaft wird die Durchführung der stationären Esstherapie in der sozialpädiatrischen Klinik des Kinderzentrum München gezeigt. Die hier vorgestellte verhaltensorientierte Interaktionstherapie ist sowohl bei Essstörungen nicht organischen Ursprungs als auch bei entwicklungsgestörten und behinderten Kindern mit und ohne Sondenernährung möglich.

In der Diagnostik und Therapievorbereitungsphase wird das Kind mit seinen Eltern oder nahen Bezugspersonen in verschiedenen Situationen beobachtet. Neben der ausführlichen Entwicklungsdiagnostik und anamnestischen Daten zur Problemgenese sind eine kinderärztlich neurologische Untersuchung, eine Refluxdiagnostik sowie eine Überprüfung der Mundmotorik notwendig.

Im anschließenden Wahrnehmungstraining erfahren Eltern, welche Möglichkeiten der Einflussnahme im Fütter- bzw. Interaktionsprozess sie haben. Sie lernen, dass sie der Situation nicht hilflos gegenüberstehen, sondern Verhaltensänderungen beim Kind bewirken können.
In dem nun folgenden esstherapeutischen Training erlernen die Eltern, wie sie neues Verhalten aufbauen und erwünschtes Verhalten beim Kind fördern können.

Die begleitenden psychologischen Gespräche thematisieren die familiäre Belastung, die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und die Wünsche bezüglich der Entwicklung des Kindes. In einigen Fällen kann eine ergänzende psychologische Therapie der Eltern sinnvoll sein. Schließlich werden die Eltern darauf vorbereitet, die volle Verantwortung für die Ernährung ihres Kindes wieder zu übernehmen, damit sie auch zu Hause die erarbeiteten günstigen Interaktionsmuster fortsetzen können. Abschließend werden Probleme und Veränderungsmöglichkeiten bei der stationären Esstherapie diskutiert und Indikationen für andere Therapiemodelle aufgezeigt.

Im Workshop gibt es die Möglichkeit, die therapeutische Intervention beispielhaft am Fall zu beobachten (Video) und auch die Gelegenheit, einige therapeutische Strategien selbst einzuüben.

8. Umgang mit suizidalen Krisen bei Kindern und Jugendlichen

(Sebastian Wolf, München) bereits belegt!

Ein erstes Gespräch ohne Anmeldebogen, Einverständniserklärung der Eltern, Meldung an die Krankenkasse oder Angaben von persönlichen Daten wie Name oder Adresse ist das Angebot der Beratungsstelle "Die Arche e.V.". Diese übergreifende und unabhängige Stelle versucht, Hemmschwellen zu senken und möglichst viele Jugendliche in einer Lebenskrise zu erreichen.

Die Abwendung einer suizidalen Handlung hat dabei oberste Priorität.

Erfahrungen aus 35 Jahren mit mittlerweile ca. 30.000 Klienten aller Altersgruppen in dieser Beratungsstelle gehen in die Krisenberatung ein.

Hauptfokus ist die tragfähige Beziehung zum Beratungssuchenden ab dem ersten Kontakt. Zur Abschätzung der Suizidalität werden die Bereiche "typische Anlässe", "Signale und Warnhinweise", "mögliche Motive", "typische Gefühle" beim Jugendlichen und beim Erwachsenen sowie die "familiären Belastungsfaktoren" zur Hilfe genommen. Grundsätzlich wird versucht, die Jugendlichen eigenverantwortlich über Hilfsmöglichkeiten zu informieren und ihnen, sofern gewünscht, bei der Umsetzung beizustehen. Eine gute Kooperation mit verschiedensten Stellen des psychosozialen Netzwerkes ist dafür notwendig.

Inhalt des Kurses sollen Erfahrungen im Umgang mit suizidalen Kindern und Jugendlichen, ihren Familien und Helfersystemen wie Schulen, Kliniken, TherapeutInnen, Sozialdienste etc. sein.

Dabei sollen relevante Wirkfaktoren und Strategien für die KursteilnehmerInnen vorgestellt und diskutiert werden. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten und Grenzen der ambulanten Therapie im Umgang mit Jugendlichen in (suizidalen) Krisen. Neben einem Vortrag soll noch genügend Zeit für Fragen, Diskussion und Erfahrungsaustausch sein.

Organisatorisches:

Veranstaltungsort:

Fachhochschule München - Fachbereich Sozialwesen -
Am Stadtpark 20, München
Eine Wegbeschreibung mit Raumangabe erhalten Sie mit Ihrer Workshopzusage

Tagungsablauf:


Block I:
Block II:

Es werden zwei Workshop-Blöcke angeboten, die jeweils bis zu acht Workshops umfassen:

Freitag, 05.11.2004 von 14.00 - 18.00 Uhr
Freitag, 05.11.2004 von 19.00 - 20.30 Uhr und
Samstag, 06.11.2004 von 9.00 - 16.30 Uhr

Rahmenprogramm:Informationen zum Rahmenprogramm erhalten Sie mit Ihrer Anmeldebestätigung.
Tagungsbüro:Das Tagungsbüro ist am Freitag ab ca. 12.00 Uhr geöffnet
Organisation,
Information und
Anmeldung:

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e. V.
Referat für Aus- und Weiterbildung
Neckarhalde 55
72070 Tübingen
Tel. 07071 - 94 34 44
Fax 07071 - 94 34 35
e-mail: awk@dgvt.de

Hinweise zur
Anmeldung:

Bitte füllen Sie das Anmeldeformular aus (anfordern unter awk@dgvt.de) und geben Sie bitte jeweils zwei Workshop-
präferenzen
an!
Wenn die Teilnahme am Workshop mit erster Priorität nicht möglich sein sollte, da bereits alle Plätze besetzt sind oder aber der Workshop nicht zustande kommt, gilt Ihre Anmeldung für den an zweiter Stelle genannten Workshop.

Bitte begleichen Sie die Tagungsgebühr mit Ihrer Anmeldung durch Überweisung auf unser Konto bei der
Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
Kontonummer: 28 25 85-709

Geben Sie als Verwendungszweck bitte unbedingt T63020 - Praxistage 2004 an.

Die Anmeldungen werden erst nach Eingang der Zahlung gültig und werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.

Rücktrittsbe-
dingungen:

Bis vier Wochen vor Beginn der Praxistage können sie schriftlich (per Brief oder Fax) von Ihrer verbindlichen Anmeldung zurücktreten. Wir erstatten Ihnen dann 75% der von Ihnen gezahlten Teilnahmegebühr zurück.

Sollten die von Ihnen gewählten Workshops nicht zustande kommen, erstatten wir Ihnen die Teilnahmegebühr in voller Höhe zurück. Geben Sie bitte dafür auf dem Anmeldevordruck unbedingt Ihre Bankverbindung (Bank, Bankleitzahl und Kontonummer) an.

Übernachtungs-
möglichkeiten
in
München:

Kostenlose zentrale Reservierung erhalten Sie unter:
Tel.: 089 - 233 96 550
Fax: 089 - 233 30 233
Internet: www.muenchen-tourist.de
e-mail: tourismus@muenchen.de

Eine Vorreservierung für Praxistage-TeilnehmerInnen ist bei frühzeitiger Anmeldung unter folgender Telefonnummer möglich:
089 - 233 30 237
unter dem Stichwort "Praxistage"

Sollte bei Anmeldung für zwei Workshops aus organisatorischen Gründen nur die Teilnahme an einem Workshop möglich sein, gilt der oben angegebene Einzelpreis.

TeilnehmerInnen aus DGVT-Lehrgängen zum/zur Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn, welche die Praxistage als verbindliche Theorie-Veranstaltung in ihrem Curriculum verzeichnet haben, sind von den Tagungsgebühren befreit!

Eine Anmeldung mit beiliegendem Formular ist allerdings in jedem Fall notwendig!

Bitte beachten Sie: Ihre Anmeldung wird erst nach Zahlungseingang gültig! Die Platzvergabe in den Workshops erfolgt nach Anmeldeeingang!

Grundsätzlich gilt, dass je früher eine schizophrene Erkrankung zum Ausbruch kommt, desto schlechter die Langzeitprognose ist. Dennoch sind gerade die Verläufe im Jugendalter