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Beratung und Therapie bei frühkindlichen Regulationsstörungen

Themenseminar

Der Start mit einem Baby verläuft für viele Eltern nicht reibungslos. Mindestens 10 bis 15 % der Säuglinge werden als schwierige Kinder erlebt. Sie sind nachts unruhig, weinen viel oder haben Schwierigkeiten beim Trinken. Eltern können meist recht gut einschätzen, ob ihr Kind unruhiger oder ruhiger als andere ist, sich z.B. schwerer beruhigen lässt. Eltern erhalten oft und ungefragt Ratschläge, die durch vielfältige Mythen zum Schlafen, Stillen oder der Gefahr des Verwöhnens beeinflusst sind.
Im Seminar sollen die Grundlagen für eine fundierte Elternbegleitung bei Störungen von Schlafen und Füttern sowie übermäßigem Weinen erarbeitet werden. Es wird ein bindungsorientiertes Vorgehen vorgestellt. Dabei spielt die Lebenswirklichkeit der Familien eine bedeutende Rolle. Viele Eltern sind in den ersten Terminen erschöpft und nicht bereit, neue Informationen kognitiv zu verarbeiten. Körperpsychotherapeutisch verankerte Möglichkeiten der Krisenintervention bei belasteten Eltern sollen vorgestellt und praktisch erlernt werden. Etwa zwei Drittel der Eltern haben ein gemeinsames Schlafarrangement mit ihrem Baby. Bei gestillten Kindern ist dies sogar ausgesprochen sinnvoll. Die bekannten Schlaftrainings mit Checking und Konditionierung gefährden die Stillbeziehung, was mit mannigfaltigen, aber weitgehend unbekannten, gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Die sichere Gestaltung der Schlafsituation und verschiedene hilfreiche Arrangements werden vorgestellt. Die Teilnehmer*innen sollen grundlegendes Wissen über das Stillen, Stillförderung und Bewertung des Gewichtsverlauf und der Stillsituation erhalten. Nur so können frühe Fütterstörungen beurteilt werden, auch wenn nicht mehr oder nur wenig gestillt wird. Der Umgang mit den WHO-Standards wird geübt. Die wichtigsten medizinischen Grundlagen zu Fütter- und Gedeihstörungen werden vermittelt. Die Teilnehmer*innen sollen Sicherheit darin gewinnen, Gesundheitsgefahren bei Säuglingen und Kleinkindern zu erkennen. Verschiedene Möglichkeiten, ein Baby zu beruhigen werden thematisiert und geübt. Einen Schwerpunkt bildet die Förderung der Eltern in ihren intuitiven und koregulatorischen Fähigkeiten. Für Kinder, die übermäßig lange und häufig weinen, benötigen Eltern Übung für den Umgang mit der Weinsituation. Die kompetente Weinbegleitung soll praktisch geübt werden. Daneben ist die gezielte, einfühlsame kognitive Umstrukturierung der Eltern ohne Rat“schläge“ oder Abwertung ein Thema des Seminars. Die Grenzen der ambulanten Eltern-Kind-Therapie werden thematisiert. Außerdem werden Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Fachleuten und den frühen Hilfen vorgestellt.

Zielgruppe

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, Psychologische Psychotherapeut*innen

Lernziele

Diagnostik und Intervention auch Krisenintervention bei Regulationsstörungen in der frühen Kindheit

Wesentliche Inhalte

  • Krisenintervention und Beratung bei exzessivem Weinen
  • Behandlung von Fütterstörungen mit dem Schwerpunkt Stillförderung
  • unterschiedliche Ansätze bei Schlafstörungen

Methoden

Forum, Unterrichtsgespräch, Gruppenarbeit, Fallbeispiele

Umfang und Akkreditierung

Das Seminar umfasst 16 Unterrichtseinheiten (UE). Ein Antrag bei der Landespsychotherapeutenkammer ist gestellt. In der Regel beträgt die Anzahl der Fortbildungspunkte mindestens die Anzahl der Unterrichtseinheiten.

Referent*in

Claudia Ruff, Dr., Dipl.-Psych., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin; Bottrop

Teilnahmegebühr

  • DGVT-Mitglied: 292,00 €
  • Nicht-Mitglied: 330,00 €
Bei frühzeitiger Anmeldung erhalten Sie in den meisten Fällen einen Frühbucherrabatt. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der jeweiligen Seminarbeschreibung.

Termine & Orte

Anmeldung via PDF
Freie Plätze
Aufnahme auf Warteliste
Ausgebucht

Beratung & Kontakt

Tel.: 07071 / 94 34 34
Fax: 07071 / 94 34 35
fortbildung@dgvt.de

Sprechzeiten
Di + Do 9:00 bis 12:00 Uhr
Di + Mi 14:00 bis 15:30 Uhr