Emotionsfokussierte Therapie

Imke Herrmann und Lars Auszra[1]

Ludwig-Maximilians Universität München

Zusammenfassung
Die Emotionsfokussierte Therapie (Greenberg, 2002; Greenberg und Watson, 2006) ist ein wissenschaftlich fundiertes Therapieverfahren (Klonskey/APA, 2008). Sie legt den Fokus auf emotionale Prozesse der Veränderung und plädiert dafür, „Emotionen mit Emotionen“ zu verändern. Das therapeutische Vorgehen wird von zentralen empirisch basierten Prinzipien emotionaler Verarbeitung geleitet. Die Unterscheidung verschiedener Typen emotionalen Erlebens sowie die Klassifikation von „Markern“ für emotionale Verarbeitungsschwierigkeiten und korrespondierenden Interventionen ermöglichen ein systematisches Arbeiten mit Emotionen in der Therapie.

Schlüsselwörter
Emotionsfokussierte Therapie -- Emotion - Psychotherapie

 

1. Einleitung

Befunde aus den Neurowissenschaften zum Primat affektiver Prozesse (LeDoux, 1993, 1995) legen Nahe, emotionalen Prozessen eine zentrale Rolle im psychotherapeutischen Veränderungsprozess einzuräumen. Lange Zeit kamen Emotionen im Therapieprozess eher eine untergeordnete Rolle zu. Sie wurden vorwiegend als Objekt, nicht als Motor therapeutischer Veränderung gesehen. Dabei fungierten sie zumeist als abhängige Variable, die es indirekt über die Ebene der Kognitionen oder des Verhaltens, nicht jedoch direkt zu bearbeiten bzw. zu verändern galt (Goldfried, 2003). In den vergangenen 30 Jahren hat sich aus der intensiven Forschungstätigkeit der Arbeitsgruppe um Leslie S. Greenberg ein Therapieansatz entwickelt, der die unmittelbare Arbeit mit Emotionen in der Vordergrund stellt – die Emotionsfokussierte Therapie (EFT). Sie ist ein empirisch basiertes Therapieverfahren (Grawe, 1998, Klonsky, 2008), das zum Ziel hat, die emotionale Verarbeitungsfähigkeit von Patienten zu verbessern, und vorschlägt, Emotionen mit Emotionen zu verändern. Dafür formuliert sie emotionsfokussierte Prinzipien und Strategien der Veränderung, die kognitive und verhaltensbezogene Veränderungsprinzipien ergänzen. Zentral sind dabei u.a. die Unterscheidung unterschiedlicher Typen emotionalen Erlebens und die Klassifikation von Markern für spezifische emotionale Verarbeitungsprobleme sowie korrespondierende therapeutische Interventionen. Beide ermöglichen ein systematisches Arbeiten mit Emotionen. Dieser Artikel gibt eine Einführung in die Theorie und Praxis der Emotionsfokussierten Therapie sowie einen Überblick über Forschung zu ihrer Wirksamkeit.

2. Grundannahmen der Emotionsfokussierten Therapie

Die Emotionsfokussierte Therapie basiert auf zwei grundlegenden Annahmen: Erstens, Emotionen sind ein hoch adaptives System, das uns Menschen einen entscheidenden Vorteil im evolutionären Selektionsprozess verschaffte, da es uns ermöglicht, Probleme in der Interaktion mit der Umwelt schnell und flexibel zu lösen. Zweitens, Emotionen spielen eine zentrale Rolle in der Organisation des menschlichen Erlebens und Verhaltens (sowohl des funktionalen als auch des dysfunktionalen). Beide Annahmen werden durch umfangreiche Forschung empirisch gestützt (z. B. Damasio, 1994; LeDoux, 1995). Aus diesen beiden Annahmen leitet die Emotionsfokussierte Therapie eine dritte therapiebezogene Annahme ab, nämlich, dass Emotionen helfen und gezielt dafür genutzt werden können, problematische emotionale Reaktionen und dysfunktionales Selbsterleben, wie z.B. sich schwach, inkompetent oder nicht liebenswert zu fühlen, zu verändern.

2.1 Emotionen

Der psychologischen Emotionsforschung (Frijda, 1986) folgend, werden Emotionen in der Emotionsfokussierten Therapie folgendermaßen verstanden: Emotionen entspringen der automatischen Bewertung komplexer situationsbezogener Informationen vor dem Hintergrund unserer Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und unseres Wohlbefindens.
Sie organisieren uns vorbewusst und automatisch zu raschem adaptivem Handeln in Reaktion auf sich beständig verändernde äußere Gegebenheiten zur Befriedigung unserer zentralen Bedürfnisse. Wie Scheinwerfer lenken sie unsere Aufmerksamkeit auf relevante Situationsaspekte und orientieren uns automatisch und vorbewusst zu Stimuli hin oder von ihnen weg. Einmal aktiviert, beeinflussen Emotionen nachfolgende „höhere“ kognitive Verarbeitungsprozesse wie Gedächtnis-, Entscheidungsprozesse oder moralisches Urteilen (Damasio, 1994; Oatley et al., 2006; Tucker et al., 2003; Koenigs et al., 2007). Emotionen sind unser primäres Bedeutungssystem, da sie Ereignissen vor dem Hintergrund unseres Wohlbefindens und unserer Bedürfnisse Bedeutung verleihen.
Die Regulation unserer Emotionen kann als zentrales Motiv unseres Verhaltens angesehen werden: Wir suchen aktiv nach angenehmen Emotionen wie Freude oder Stolz und bemühen uns, aversive Emotionen wie Angst oder Scham zu vermeiden. So würden wir beispielsweise keine Bindung eingehen, wenn dies in uns nicht positive Gefühle generieren würde und nicht darauf bedacht sein, gefährliche Situationen zu vermeiden, wenn wir keine Angst verspüren würden.

2.2 Emotionale Schemata

Ein zentrales theoretisches Konstrukt der Emotionsfokussierten Therapie ist das Konzept des Emotionalen Schemas. Emotionale Schemata werden als organisierte idiosynkratische Gedächtnisstrukturen definiert, die implizit und automatisch unser Erleben und Verhalten organisieren (Greenberg und Paivio, 1997). Sie entwickeln sich durch die Verknüpfung angeborener basaler affektiv-motorischen Programme (z.B. für Kampf und Flucht) mit Erfahrung (Damasio, 1994). Emotionale Schemata ermöglichen automatisches, aber hoch komplexes emotionales Reagieren, da sie auf der Basis emotionaler Erfahrung helfen, zukünftige Ereignisse zu antizipieren (Greenberg und Paivio, 1997; Oatley und Jenkins, 1992). Sie integrieren kognitive, affektive und verhaltensbezogene Prozesse. Die dynamische, implizite Synthese ihrer Elemente (körperliche Wahrnehmungen, expressive Elemente, episodische Erinnerungen, implizite und symbolisierte Bedeutungen, Handlungstendenzen, Bedürfnisse) und die gleichzeitige Aktivierung verschiedener Emotionaler Schemata erzeugen das komplexe Gefühl dessen, wie wir „in der Welt sind“. Im Unterschied zum kognitiven Schema besteht das emotionale Schema zu weiten Teilen aus impliziten nonverbalen Strukturen, wie z.B. Körperempfindungen oder Bildern. Emotionale Schemata können nur über das Erleben, das sie erzeugen, zugänglich gemacht werden.

2.3 Dialektischer Konstruktivismus

Der dialektische Konstruktivismus ist die erkenntnistheoretische Position, auf die sich die Emotionsfokussierte Therapietheorie stützt (Greenberg und Pascual-Leone, 2001). Der Dialektische Konstruktivismus beschreibt, wie Menschen auf der Basis emotionaler Schemata zum Erleben ihrer Selbst und persönlicher Identität gelangen. Aus Sicht des dialektischen Konstruktivismus geschieht dies auf folgende Weise: In jedem Moment werden durch innere und äußere Ereignisse emotionale Schemata aktiviert. Diese erzeugen ein körperlich vermitteltes Gefühl („bodily felt sense“) dessen, was gerade passiert, und wie wir uns im Moment vorfinden, unsere grundlegende Selbst-Organisation in diesem Augenblick: also z. B. schüchtern, am Boden zerstört, himmelhoch jauchzend oder selbstsicher – je nachdem, welche Schemata in welcher Situation gerade gemeinsam aktiviert sind und welches Schema im Vordergrund steht. Als Menschen sind wir ständig bemüht, uns den Sinn dieses körperlich vermittelten Erlebens (Damasio, 1994, bezeichnet es als somatischen Marker, in der Emotionsfokussierten Therapie spricht man im Sinne von Gendlin, 1996, vom „bodily felt sense“) zu erschließen. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf dieses Erleben, symbolisieren es in Sprache, denken darüber nach und fügen es in eine Narrration dessen ein, was gerade passiert und wer wir sind. In diesem dialektischen Prozess aus körperlich basiertem Erleben und bewussten kognitiven Prozessen formieren bzw. konstruieren wir Augenblick für Augenblick unser Selbst (Bischkopf und Greenberg, 2007; Greenberg und Pascual-Leone, 2001). Unsere Selbstnarrration integriert die sich laufend verändernden Selbstorganisationen in eine kohärente Geschichte (narrative Identität), die u. a. auch grundlegende Annahmen über uns beinhaltet (Greenberg und Angus, 2004). Menschen befinden sich also beständig im Prozess, gleichzeitig zu entdecken und zu „konstruieren“, wer sie sind. In diesem Prozess zeigt sich die enge Verknüpfung von Emotionen und Kognitionen. Während emotional basierte Prozesse die Basis unseres Selbsterlebens bilden, entstehen Identität und persönliche Bedeutung aus dem Bemühen, uns den Sinn unseres affektiven Erlebens zu erschließen und es in unser fortlaufendes Selbstnarrativ einzuflechten.
Im Rahmen dieses Modells lässt sich auch die Genese dysfunktionalen Selbsterlebens und dysfunktionaler Selbstnarrative erklären. Obgleich Emotionen grundlegend adaptiv sind, können sie, da sie auf Erfahrung basieren, bei einer entsprechenden Lerngeschichte maladaptiv werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Person aufgrund bestimmter Erlebnisse mit Grenzverletzungen lernt, zwischenmenschliche Nähe mit Gefahr zu assoziieren und fortan auf Zuwendung und Verständnis implizit und automatisch mit Angst reagiert. Maladaptive emotionale Schemata führen, wenn sie in einem bestimmten Moment aktiviert werden, zu dysfunktionalen Selbstorganisationen (z.B. sich verletzlich fühlen) und über die Zeit hinweg zu dysfunktionalen Annahmen über sich und die Welt (z. B. „Nähe ist gefährlich“ und „Ich kann mich nicht wehren“). Nach Auffassung der Emotionsfokussierten Therapie bedingen diese Annahmen jedoch nicht das emotionale Erleben, sondern sind vielmehr höchste sprachliche Repräsentationsebene aktivierter emotionaler Schemata. Im Kern basieren sie auf emotionalen Gedächtnisinhalten, die über verschiedene Situationen hinweg immer wieder aktiviert werden (Greenberg und Watson, 2006). Dysfunktionalität kann weiterhin entstehen, wenn eines oder mehrere Schemaelemente nicht bewusst symbolisiert sind. Wenn jemand z.B. nur die körperlichen Elemente (z.B. innere Erregung und Anspannung oder starkes Herzklopfen) eines aktivieren Schemas wahrnimmt, die Bedeutung diesen Erlebens aber nicht symbolisieren kann („Meine Grenzen wurden verletzt, ich bin ärgerlich.“) und z.B. keine Handlungstendenz („Ich möchte mich wehren“) wahrnimmt. Hier kann die adaptive Information der Emotion nicht genutzt werden, diese Emotion kann nicht auf adaptives Handeln hin organisieren und es besteht die Gefahr der Symptomentstehung (z.B. wenn die körperlichen Symptome nicht zugeordnet werden können und so mit Gefahr assoziiert werden).

2.4 Das Emotionsfokussierte Behandlungsmodell

Ziel der Emotionsfokussierten Therapie ist es, Menschen zu helfen, Zugang zu adaptiven Emotionen und korrespondierenden resilienten Selbstorganisationen zu erlangen. Dysfunktionale Selbstorganisationen, die auf lebensgeschichtlich erworbenen, aktivierten maladaptiven Schemata basieren, sollen durch die gleichzeitige Aktivierung adaptiverer emotionaler Schemata transformiert werden. Die so entstehenden adaptiveren emotionalen Schemata bilden die Basis resilienterer Selbstorganisationen und funktionalerer Selbstnarrative. Die Veränderungen zentraler Annahmen über das Selbst und die Welt erfolgt also bottom-up über die Aktivierung neuen emotionalen Erlebens. Aufgabe des Therapeuten ist es dabei, die emotionale Verarbeitung der Patienten zu unterstützen. Durch eine Kombination aus empathischem Zuhören und evokativen Interventionen hilft der Therapeut, schemabasiertes emotionales Erleben zu aktivieren, Bewusstheit über die einzelnen Elemente des Schemas zu erlangen, diese in Worten zu symbolisieren und in bedeutungsvolle Narrative einzuflechten. Für den Fall, dass es sich um adaptives emotionales Erleben handelt, hilft der Therapeut, die wertvollen Informationen und adaptiven Handlungsimpulse, die in adaptiven Emotionen enthalten sind, wirkungsvoll zu extrahieren – also zu utilisieren. Handelt es sich um maladaptives emotionales Erleben, unterstützt er die Patienten, dieses Erleben mit gleichzeitig aktiviertem adaptiverem emotionalen Erleben zu verknüpfen, um es zu transformieren. Dies beinhaltet schmerzhaftes, zuvor vermiedenes Selbsterleben (z.B. tiefe Scham „schlecht“ oder Angst „zu schwach“ zu sein) im ersten Schritt zu aktivieren und bewusst zu erleben. In der Emotionsfokussierten Therapie gilt der Grundsatz, dass man an einem Ort ankommen muss, um ihn verlassen zu können - schmerzhaftes Erleben also bewusst erleben muss, um es verändern zu können (Greenberg,2002).
Optimale emotionale Verarbeitung beinhaltet also die Utilisation adaptiven und die Transformation maladaptiven emotionalen Erlebens. Dabei geht es stets um die Integration vom emotionalen und kognitiven bedeutungsschaffenden Prozessen (Auszra und Greenberg, 2007). Was im einzelnen unter emotionaler Verarbeitung zu verstehen ist, erläutert der folgende Abschnitt.

3. Prinzipien emotionaler Veränderung

Emotionale Verarbeitung besteht aus Sicht der Emotionsfokussierten Therapie aus vier grundlegenden empirisch basierten Prozessen. Sie stellen die Grundprinzipien emotionaler Veränderung dar: Wahrnehmung/Bewusstheit, Regulation, Reflexion und Transformation (Greenberg und Pascual Leone, 2006; Greenberg und Watson, 2006;  Berking, 2008). Um ihre Wirksamkeit voll entfalten zu können, müssen sie jedoch in eine empathische, validierende therapeutische Beziehung eingebettet sein.

3.1 Wahrnehmung/Bewusstheit

Das grundlegendste Prinzip emotionaler Veränderung ist die Förderung der Wahrnehmung emotionalen Erlebens. Dadurch erhalten Patienten Zugang zu ihren zentralen Bedürfnissen und Handlungsimpulsen. Dies bedeutet nicht, abstrakt über Gefühle nachzudenken, sondern sie im Moment bewusst zu erleben, in Sprache zu symbolisieren und sich ihre Bedeutung zu erschließen. Aufgabe des Therapeuten ist es, dem Patienten zu helfen, mit seinem emotionalen Erleben in Berührung zu kommen. Dies gelingt, indem der Therapeut sorgfältig darauf achtet, was für den Patienten im Augenblick die größte affektive Bedeutung hat. Durch bestimmte Formen der Empathie versucht er dem Patienten zu helfen, sein emotionales Erleben bewusst wahrzunehmen und zu explorieren. Dabei orientiert er sich in seinen sprachlichen Interventionen am somatischen Marker und vermeidet eine allgemeine konzeptuelle Diskursebene. Die wohlwollende, validierende Haltung des Therapeuten schafft die Grundvoraussetzung, dem Patienten zu helfen, emotionale Vermeidung abzubauen, sich seinem emotionalen Erleben und dessen Bedeutung zuzuwenden und Akzeptanz für sein Erleben zu entwickeln.

3.2 Regulation

Ein weiteres grundlegendes Prinzip emotionaler Veränderung ist die Verbesserung der emotionalen Regulationsfähigkeit des Patienten. Dabei ist es wichtig, zwischen emotionaler Über- (Vermeidung, übermäßige Kontrolle) und Unterregulation (Überflutung, Kontrollverlust) zu unterscheiden. Oft sind es sekundäre Emotionen wie beispielsweise Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sowie primär maladaptive Angst und Scham, die es zu regulieren gilt. Was genau unter den unterschiedlichen Typen emotionalen Erlebens zu verstehen ist, erläutern wir weiter unten. Zur gesunden Emotionsregulation zählen Fähigkeiten wie emotionales Erleben identifizieren und benennen, es zulassen, akzeptieren und tolerieren sowie sich selbst beruhigen zu können (z. B. durch Entspannung, Atmung, Achtsamkeit, hilfreiche Selbstverbalisationen, Aufbau von Eigenempathie etc.), aber auch die Internalisierung des Gehaltenwerdens (Containment) und der Empathie des Therapeuten. Langfristig soll die Vulnerabilität des Patienten für schmerzhafte Emotionen reduziert und seine Fähigkeit gestärkt werden, Zugang zu positiven Emotionen zu erlangen. Einen wesentlichen Beitrag zur Regulation leistet dabei die empathische therapeutische Beziehung. Der Therapeut bietet ein sicheres, beruhigendes (implizit regulierendes) Umfeld und unterstützt so das „Containment“ schmerzhafter Emotionen. Über die Zeit hinweg kann der Patient die beruhigende Funktion des Therapeuten internalisieren und seine implizite Regulationsfähigkeit verbessern. Aus emotionsfokussierter Sicht entwickelt sich die Regulationsfähigkeit eines Patienten vor allem, weil er schmerzhafte Emotionen im Kontext einer empathischen Beziehung auf neue Weise erlebt.

3.3 Reflexion

Das dritte wichtige Prinzip emotionaler Veränderung ist Reflexion. Wie wir oben beschrieben haben, geht es in der Emotionsfokussierten Therapie stets um eine Integration von affektiven und kognitiven Prozessen. Der Therapeut hat die Aufgabe, Patienten dabei zu unterstützen, ihre Emotionen in Worte zu fassen, sich deren Sinn zu erschließen und Auslösesituationen zu erkennen sowie Aufschluss darüber zu erhalten, wie sie ihr Erleben organisieren und schließlich zu neuen emotionalen Bedeutungen gelangen. Ziel ist es, die emotionalen Prozesse des Patienten narrativ in seine Lebensgeschichte bzw. sein fortlaufendes Selbstnarrativ einzubetten.

3.4 Transformation

Das letzte und vielleicht wichtigste Prinzip emotionaler Veränderung ist das der Transformation. Es beinhaltet, Emotionen mit Emotionen zu verändern (Greenberg, 2002). Hintergrund dieses Prinzips ist die vielfach beschriebene „kognitive Undurchdringlichkeit“ emotionalen Erlebens, also die Unmöglichkeit, Emotionen allein durch Gedanken zu verändern (Teasdale, 1999). Bei der Transformation geht es darum, maladaptive emotionale Reaktionen durch die gleichzeitige Aktivierung adaptiver emotionaler Reaktionen aufzuheben und zu verändern. In der Form eines dialektischen Prozesses bilden sich aus der Synthese widerstreitender emotionaler Reaktionen neue emotionale Reaktionen und neue emotionale Schemata. Als Analogie zieht Greenberg (2002) die Entwicklung des Laufens bei Kleinkindern heran. Aus den gegenläufigen Schemata „Stehen“ und „Fallen“ bildet sich das qualitativ neue Schema „Laufen“. Auf die Therapie übertragen, vermag beispielsweise adaptiver Ärger über eine Grenzverletzung mit der Tendenz, „nach vorn zu schnellen“, um sich zu verteidigen, maladaptive Scham mit der Tendenz, „im Boden zu versinken“, in ein Gefühl von Selbstakzeptanz zu verwandeln. In der Neuropsychologie findet dieses Prinzip Unterstützung in der Forschung Davidsons (Davidson, 2000), die nahe legt, dass rückzugsorientierte Emotionen aus der rechten Hirnhemisphäre durch die Aktivierung annäherungsorientierter Emotionen aus der linken Hirnhemisphäre transformiert werden können. Beim Prinzip der Transformation geht es nicht um Habituation, Löschung maladaptiver emotionaler Reaktionen oder um Katharsis, sondern um die Generierung neuen, adaptiveren emotionalen Erlebens, das neue, adaptivere emotionale Reaktionen an die Stelle alter problematischer emotionaler Reaktionen setzen kann. Die wichtigste Methode zur Förderung emotionaler Transformation ist, adaptive emotionale Reaktionen, die im Hintergrund aktiviert sind, durch evokative und imaginative Interventionen ins Bewusstsein zu holen und Patienten mit den adaptivem Bedürfnissen und Handlungstendenzen, die in diesen enthalten sind, in Berührung zu bringen. Diese bilden dann die Basis für resilientere, lebendigere Organisationen des Selbst als z.B. wehrhaft und/oder wertvoll. Diese vier Prinzipien emotionaler Veränderung können als Metastrategien verstanden werden, die das therapeutische Handeln leiten. Auf der Praxisebene werden diese Prinzipien durch zwei prozessorientierte Orientierungsrahmen ergänzt: die Unterscheidung verschiedener Typen emotionalen Erlebens und die Unterscheidung verschiedener emotionaler Verarbeitungsschwierigkeiten sowie korrespondierender therapeutischer Interventionen. Beide ermöglichen es, systematisch mit Emotionen zu arbeiten.

4. Unterschiedliche Emotionstypen

Die Emotionsfokussierte Therapie unterscheidet klinisch vier Typen emotionalen Erlebens, die jeweils eine unterschiedliche therapeutische Vorgehensweise erfordern: primär adaptive und primär maladaptive, sekundäre und instrumentelle Emotionen (Elliott et al., 2008; Greenberg und Safran, 1987; Herrmann und Greenberg, 2007).

1. Primär adaptive emotionale Prozesse sind die erste unmittelbare Reaktion auf eine Situation. Deren Erleben gilt es, in der Therapie zu explorieren, zuzulassen und zu fördern. Primäre adaptive Emotionen haben die Funktion, komplexe situative Informationen schnell und weitgehend automatisch zu verarbeiten und der Person so zu helfen, angemessen und adaptiv zu handeln. Zum Beispiel ist Wut eine adaptive emotionale Reaktion auf Bedrohung, wenn sie jemanden in die Lage versetzt, aggressiv zu handeln, um sich und seine Familie zu verteidigen. Primär adaptive Emotionen entstehen immer neu und frisch in Reaktion auf äußere oder innere Ereignisse und verändern sich mit Veränderung der Situation. Für die meisten Patienten fühlen sich primär adaptive Emotionen, obgleich sie mitunter schmerzhaft sein mögen, „irgendwie gut“ an, so wie beispielsweise Traurigkeit nach einem Verlust, die dem Patienten ein Gefühl von Ganzheit verleiht.

2. Die erste unmittelbare emotionale Reaktion einer Person auf eine Situation kann jedoch auch primär maladaptiv sein. Primär maladaptive Emotionen verhelfen einer Person nicht zu adaptivem Handeln im Hier und Jetzt, sondern basieren auf traumatischem Lernen. Am deutlichsten wird dies am Beispiel einer Traumatisierung. Hat jemand beispielsweise in der Kindheit gelernt, dass Zuwendung von grenzüberschreitendem, missbräuchlichem Verhalten gefolgt wird und daher gefährlich ist, wird er in der Folge auch später im Erwachsenenalter mit Angst und somit abwehrend auf zwischenmenschliche Nähe reagieren. Langfristig kann dies zu einer Entfremdung vom eigentlichen Bedürfnis (z. B. nach Bindung) führen bzw. es dauerhaft unbefriedigt lassen. Der Ausbildung maladaptiver emotionaler Schemata und damit verknüpfter maladaptiver Emotionen müssen aber keine einmaligen Traumatisierungen zugrunde liegen. Oft sind es „Small-t Traumata” wie Verlusterlebnisse oder wiederholte Ablehnung oder Entwertung durch enge Bezugspersonen, häufig in Verbindung mit frühen Problemen in der dyadischen Affektregulation (Schore, 2003; Stern, 1985). Die Prozesse, die hier als maladaptiv bezeichnet werden, waren in ihrer Entwicklung durchaus einmal funktional; z.B. Angst, die zu Flucht bzw. Vermeidung oder Scham, die zu selbstwertschützendem Rückzug führte. Wenn der emotionale Prozess unverarbeitet und unabgeschlossen bleibt, geht seine Funktionalität jedoch verloren, da er unabhängig von veränderten Umständen (z.B. für den Erwachsenen ist zwischenmenschliche Nähe nicht mehr gefährlich) immer wieder auftritt, generalisiert und womöglich ein destruktiver Teil der Identität wird. Zentral für den therapeutischen Umgang mit primär maladaptiven emotionalen Prozessen ist es daher, am zugrunde liegenden emotionalen Schema zu arbeiten, das diese Prozesse immer wieder generiert. Wenn eine Person tiefe Scham in Verbindung mit der Bewertung des Selbst als „schlecht und nutzlos“ beispielsweise in Reaktion auf eine Grenzverletzung oder in Reaktion auf einen Misserfolg erlebt, so wäre dies ein Beispiel für eine primär maladaptive Emotion. Die emotionale Reaktion ist der Situation nicht angemessen, sie führt nicht zu adaptivem Handeln im Sinne der Erfüllung eigener Bedürfnisse.

3. Sekundär reaktive emotionale Prozesse überdecken die primäre adaptive Emotion. Sie sind als dysfunktionaler Versuch des Organismus zu verstehen, unerträgliches primäres emotionales Erleben zu regulieren. Generell gilt es hier, die zugrunde liegende primäre Emotion zu ermitteln. Beispielsweise kann bei Zurückweisung ein primäres Gefühl der Verletzung durch sekundäre Wut verdeckt sein. Es kann aber auch vorkommen, dass zwei oder mehrere Emotionen sich so überlagern, dass keine der vorliegenden Emotionen richtig wahrnehmbar wird. Dies ist z.B. der Fall, wenn Patienten anklagend oder vorwurfsvoll sind, wobei hier Traurigkeit und Wut gleichzeitig anklingen: Traurigkeit, nicht zu bekommen, was man braucht, und Wut darüber, dass es einem versagt wird. Keine der beiden Emotionen kann durch die Vermischung in Anklage (Wut im Vordergrund) oder „Jammern“ (Traurigkeit im Vordergrund) für sich spürbar werden und wird so verdeckt. Hier gilt es, den emotionalen Prozess zu verlangsamen und allen emotionalen Nuancen zum Ausdruck zu verhelfen. Sekundäre Prozesse können auch aus Bewertungen der eigentlichen emotionalen Reaktion entstehen, die dann selbst kaum mehr wahrnehmbar ist. Zum Beispiel kann Schuld über die eigene Ärgerreaktion so stark erlebt werden, dass der Ärger selber möglicherweise gar nicht mehr zum Vorschein kommt. Auch eine emotionale Reaktion auf gedankliche Prozesse, wie im Falle von Angst in Reaktion auf katastrophisierende Gedanken, ist als sekundäre Emotion zu verstehen. Zwar ist hier die Emotion eine Reaktion auf gedankliche Prozesse, aber dennoch ein dysfunktionaler Regulationsversuch primären emotionalen Erlebens. Ein Patient mit einer generalisierten Angststörung beispielsweise hat in der Regel keinen Zugang zu primären, möglicherweise problematischen emotionalen Prozessen. Sie werden durch die Angst und Sorge verdeckt. Sekundäre Emotionen können häufig als symptomatisch verstanden werden, wie das beispielsweise bei Gefühlen der Schuld, Hilf- und Hoffnungslosigkeit in der Depression der Fall ist. In der therapeutischen Situation werden sekundäre Emotionen zum Beispiel dadurch erkennbar, dass die emotionale Reaktion eines Patienten weder zur berichteten Situation noch zu seiner impliziten Bewertung der Situation passt (z.B. Patient fühlt sich von seiner Frau zurückgewiesen und verletzt, hat aber keinen Zugang zu seinen verletzten Gefühlen und drückt Ärger aus). In vielen Fällen lassen sich sekundäre Emotionen auch daran erkennen, dass sie eine vermischte Qualität haben, wie in obigem Beispiel beschrieben, oder global, diffus und unspezifisch sind wie beispielsweise im Falle depressiver Hoffnungslosigkeit.

4. Schließlich können instrumentelle emotionale Prozesse von den zuvor genannten unterschieden werden, bei denen eine Emotion vor allem ihrer Wirkung halber gezeigt wird. Instrumentelle Emotionen können als Inszenierungen verstanden werden, um andere zu beeinflussen. Dieser Prozess kann bewusst und willkürlich, aber auch ohne dass er der Person bewusst und einsichtig wäre, erfolgen. Therapeutisch steht im Vordergrund, mit behutsamer Konfrontation zu reagieren und an den interpersonalen Motiven zu arbeiten (vgl. Elliott et al., 2008). Instrumentelle Emotionen kommen in der Therapie vor allem bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen vor.

Bei dieser Darstellung emotionalen Erlebens ist es wichtig zu betonen, dass die Klassifikation prozess- und nicht strukturorientiert ist. Jede Emotionen kann bei jedem Patienten grundsätzlich jedem Typus entsprechen – je nachdem, an welcher Stelle des therapeutischen Prozesses sie auftritt, welche Funktion sie hat und auf welche Weise sie erlebt und ausgedrückt wird. Neben einer rein zeitlichen oder funktionalen Unterscheidung gilt es, immer auch die jeweilige Ausdrucks- und Erlebensweise der Emotion im Moment zu betrachten. Sie gibt Aufschluss darüber, wie sehr ein Patient im jeweiligen Moment mit seinem primären Erleben in Berührung ist. So ist es beispielsweise die Stimmqualität, die darüber Aufschluss gibt, ob ein wütender Ausspruch wie „Das hast du mir angetan!“ als sekundär oder primär zu bewerten ist. Spricht der Patient mit fester, bestimmter Stimme oder ist in der Stimme etwas Klagendes, Vorwurfsvolles oder Verletztes hörbar? Aber auch Aspekte, wie z. B. die Art der Formulierung, der Kontext und der Grad der Regulation, können hier Aufschluss geben. Dem Therapeuten dient diese Klassifikation als grundlegende Orientierung. Sein Ziel ist es, den Patienten zu seinem primären Erleben, insbesondere seinem primär maladaptiven Erleben hinzuführen. Dabei folgt er dem, was Greenberg und Kollegen (Greenberg und Watson, 2006) den „Schmerzkompass“ nennen. Der Therapeut orientiert sich also an dem, was in der Erzählung des Patienten im Augenblick am emotional bedeutsamsten bzw. schmerzhaftesten erscheint.

5. Marker emotionaler Verarbeitungsschwierigkeiten und therapeutische Aufgaben

Der zweite wichtige Orientierungsrahmen, der das therapeutische Handeln im emotionsfokussierten Ansatz leitet, ist die Klassifikation von „Markern“ und korrespondierenden „therapeutischen Aufgaben“. Der Therapeut ist jederzeit empathisch auf den Erlebensprozess des Patienten eingestimmt. Dabei achtet er auf charakteristische emotionale Verarbeitungsprobleme des Patienten, die sich in Form von „Markern“ äußern. Marker sind verbale Äußerungen des Patienten, die anzeigen, dass er mit einem spezifischen emotionalen Verarbeitungsproblem ringt und bereit ist, an diesem zu arbeiten. Jedem Marker ist jeweils eine bestimmte Interventionsstrategie bzw. eine spezifische therapeutische Aufgabe zugeordnet. Für alle Marker liegen empirisch basierte Modelle vor, die einzelne Stufen der Auflösung eines spezifischen Verarbeitungsproblems beschreiben und dem Therapeuten konkrete Handlungsanweisungen geben, wie er den Patienten auf den jeweiligen Stufen bei der Lösung einer Aufgabe unterstützen kann. Eine ausführliche Darstellung der therapeutischen Aufgaben findet sich u. a. bei Elliott et al. (2008). Im Folgenden werden einige der wichtigsten Marker und Interventionen bzw. Aufgaben vorgestellt.

5.1 Empathie

Empathie bildet die Basis des therapeutischen Handelns im emotionsfokussierten Ansatz. Sie ist zugleich therapeutische Technik und grundlegender Modus der Beziehungsgestaltung. Die Emotionsfokussierte Therapie unterscheidet verschiedene Formen der Empathie. Sie reichen von rein verstehenden, validierenden über explorative zu evokativen und vermutenden Interventionen. Eine ausführliche Übersicht der unterschiedlichen Formen empathischen Intervenierens findet sich z.B. bei Elliott et al. (2008). Ziel des empathischen Vorgehens ist es, 1. ein sicheres, validierendes Umfeld zu schaffen, in dem der Patient sich emotional öffnen kann, und 2. dem Patienten zu helfen, sein implizites emotionales Erleben explizit zu machen, es ins Bewusstsein zu holen, in Worten zu symbolisieren und zu verstehen. Dabei übernimmt der Therapeut die Funktion eines „behelfsmäßigen“ Informationsverarbeiters („surrogate information processors“) (Elliott et al., 2008). Der Therapeut achtet auf das, was in den verbalen und nonverbalen Äußerungen des Patienten emotional am lebendigsten ist, und versucht ihn damit in Berührung zu bringen. Dabei orientiert er sich unter anderem an der eben beschriebenen Unterscheidung mehrerer Typen emotionalen Erlebens sowie dem Schmerzkompass. Es folgt ein kurzes Beispiel dieses Vorgehens:

Patient:
Und dann saß sie dort auf der Couch und hat sich die ganze Zeit mit diesem Typen unterhalten und, ich weiß nicht, ich konnte mich auf gar nichts anderes mehr konzentrieren.

Therapeut:
Ja, Sie sitzen dort und können nicht anders, als immerzu zu ihr rüberzusehen, irgendwie nimmt es Sie völlig gefangen (evokative Empathie) und Sie fühlen sich dabei so . . . (explorative Empathie)

Patient:
Ich habe einfach solche Angst, sie könnte sich in jemand anders verlieben. (seufzt)

Therapeut:
Ja, Sie haben einfach solche Angst, sie zu verlieren. (verstehende Empathie) Und irgendwie ist es so, ich weiß nicht genau, „ich habe kein Vertrauen, dass sie bei mir bleibt“? (vermutende Empathie)

Patient:
Ja, ich fühle mich ihr einfach so unterlegen.

Diese Form des empathischen Vorgehens stellt den grundlegenden Modus des therapeutischen Handelns dar. Aus ihm entwickeln sich die Marker für aktivere Interventionen, die als Nächstes beschrieben werden. Der empathische Modus begleitet zugleich die einzelnen therapeutischen Aufgaben, und nach erfolgreichem Abschluss einer Aufgabe oder wenn eine Aufgabe stockt und der Prozess nicht vorangeht, kehrt der Therapeut wieder zu ihm zurück.

5.2 Systematisches evokatives Erschließen bei problematischen Reaktionen

Häufig berichten Patienten von emotionalen Reaktionen, die sie nicht einordnen können und/ oder über die sie verwirrt sind. Eine Patientin berichtete zum Beispiel: „Als mich dieser Arzt gestern gefragt hat, wie es mir geht, musste ich auf einmal losheulen. Und ich weiß gar nicht, warum, eigentlich ging es mir gut.“ Dies ist eine Gelegenheit für systematisches evokatives Erschließen. Diese Intervention beinhaltet, die betreffende Situation durch eine evokative Beschreibung der Szene wiederzuerleben, um so eine Verbindung zwischen der Situation, den Gedanken und der emotionale Reaktion herzustellen („In dem Moment ist mir bewusst geworden, dass sich eigentlich niemand dafür interessiert, wie es mir geht“). Ziel ist es, dem Patienten zu helfen, zu verstehen, welche implizite emotionale Bedeutung die Situation für ihn hatte. Das systematische evokative Erschließen ist ein wichtiges Instrument, um die Wahrnehmung und die Bewusstheit emotionalen Erlebens zu fördern.

5.3 Focusing bei einem unklaren körperlich vermittelten Gefühl

Bei einem unklaren körperlich vermittelten Gefühl, („Ich habe dieses komische Gefühl im Bauch, wenn ich an Peter denke, ich kann aber nicht genau sagen, was es damit auf sich hat“) wird mittels Focusing (vgl. Feuerstein et al., 2000; Gendlin, 1996) versucht, das Gefühl sprachlich zu symbolisieren („… wie ein harter Stein in der Magengrube, in dem sich alles zusammenzieht“) und sich seinen Sinn zu erschließen („Ich fühle mich einfach nicht anerkannt und gewürdigt und wünsche mir dabei so, dass er mich anerkennt“). Dies geschieht, indem der Therapeut den Patienten ermutigt, sich dem körperlichen Aspekt des unklaren Gefühls mit einer neugierigen, akzeptierenden Haltung zuzuwenden („Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, und gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit nach innen – dorthin, wo Sie Ihre Gefühle fühlen. Schauen Sie einfach, was kommt, und versuchen Sie, ihm eine neugierige, akzeptierende Haltung entgegenzubringen“). Focusing ist ebenfalls ein wichtiges Instrument, die Wahrnehmung und Bewusstheit emotionalen Erlebens sowie dessen Symbolisierung zu fördern. Dies ist gerade bei Patienten wichtig, die ihre Gefühle rational/konzeptuell verarbeiten, ohne Bezug auf ihr körperlich vermitteltes Erleben zu nehmen oder mit diesem in Berührung zu sein.

5.4 Zwei-Stuhl-Arbeit bei selbstbewertenden Spaltungen

Bei einer selbstbewertenden Spaltung befinden sich zwei Selbstanteile des Patienten miteinander im Konflikt. Dies ist in der Regel ein kritischer oder antreibender Selbstanteil (der Innere Kritiker) und ein erlebender Selbstanteil, der sich in Reaktion auf den Kritiker z. B. niedergeschlagen, hoffnungslos, schuldig oder wertlos fühlt. In der Zwei-Stuhl-Arbeit werden die widerstreitenden Selbstanteile miteinander in Dialog gebracht, und es wird versucht, sie einer Integration zuzuführen. Ziel ist 1. dem Patienten zu helfen, auf erlebensorientierte Weise zu verstehen, wie er mit sich umgeht und z.B. sein depressives Erleben generiert wird, sowie 2. ein Weicherwerden („Softening“) auf Seiten des Kritikers und Selbstbehauptung auf Seiten des Erlebenden Selbst zu fördern. Dies gelingt, indem die Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse beider Selbstanteile exploriert und in einen lebendigen Dialog gebracht werden. Die Arbeit mit dem Inneren Kritiker ist eine der wichtigsten Interventionen in der Emotionsfokussierten Therapie, die insbesondere in der Arbeit mit depressiven Patienten zentral ist. Es folgt ein verkürztes Beispiel aus der Therapie mit einem selbstkritischen Patienten, der sich in Reaktion auf seinen harschen Inneren Kritiker klein und nichtig fühlt. Der Dialog beginnt mit der kritischen Stimme.

Therapeut:
Kommen Sie hier herüber (zeigt auf den zweiten Stuhl), und geben Sie ihm das Gefühl, dass er klein und nichtig ist. Wie machen Sie das?

Patient:
Guck dich doch mal an, allein schon wie du aussiehst. So klein und schmächtig . . . (macht eine wegwerfende Handbewegung)

Therapeut:
Was machen Sie mit Ihrer Hand . . . machen Sie das nochmal. . .

Patient:
(wiederholt Handbewegung) Ich kann dich einfach nicht ernst nehmen.

Therapeut:
Sagen Sie ihm das!

Patient:
Ich kann dich nicht ernst nehmen, du bist kein richtiger Mann!

Therapeut:
Mhm. Du bist kein richtiger Mann. Sagen Sie das noch mal, das scheint wichtig zu sein!

Patient:
Du bist kein richtiger Mann!

Therapeut:
Kommen Sie hier herüber . . . (behutsam) Was passiert, wenn Sie dies hören: „Ich kann dich nicht ernst nehmen, du bist kein richtiger Mann.“

Patient:
. . . Ich denke es stimmt. Er hat recht.

Therapeut:
Mhm. (behutsam) „Er hat recht, ich bin kein richtiger Mann.“ Und wie fühlt sich das an?

Patient:
. . . (seufzt) Schon irgendwie fies.

Therapeut:
Mhm, (behutsam) das tut weh . . .

Patient:
Mhm. (nickt)

Therapeut:
(behutsam) Ja, das tut weh. Sagen Sie ihm das, sprechen Sie ihn direkt an. (zeigt auf den Stuhl des Kritikers).

Patient:
Das tut verdammt weh, wenn du das zu mir sagst. Ich fühle mich dann total daneben . . . klein.

Therapeut:
Mhm, (behutsam) klein und irgendwie daneben. Was brauchen Sie von ihm? (zeigt auf den Stuhl des Kritikers)

Patient:
Dass er aufhört mit dieser Scheiße!

Therapeut:
Aufhört, Sie kleinzumachen?

Patient:
Ja. (richtet sich auf)

Therapeut:
Dann sagen Sie ihm das.

Patient:
Hör auf, mich so kleinzumachen!

Therapeut:
Und wie fühlen Sie sich, wenn Sie ihm das sagen?

Patient:
Irgendwie wütend.

Therapeut:
Sagen Sie ihm das, erzählen Sie ihm von Ihrer Wut.

Patient:
Es ist nicht o. k., dass du mich so fertig machst, dass du mich immer so klein machst.

Therapeut:
Was wollen Sie von ihm? Sagen Sie ihm, was Sie von ihm wollen!

Patient:
Dass er damit aufhört. Hör auf damit, lass mich in Ruhe! (lauter)

Therapeut:
Hör auf, mich so kleinzumachen, mir zu sagen, ich bin kein richtiger Mann . . . […]

Patient:
Das stimmt einfach nicht. Ich bin ein „richtiger“ Mann . . . allein schon bei all dem Scheiß, den ich zu Hause erlebt habe …

Dies ist ein Ausschnitt aus einer umfangreicheren Arbeit am Inneren Kritiker, die sich über mehrere Stunden erstreckt. An anderen Stellen des Dialoges verläuft der Prozess langsamer, und Therapeut und Patient verbringen mehr Zeit mit der Vertiefung des Schamerlebens. Nachdem der Patient auf dem Stuhl des Erlebenden Selbst Ärger über das abwertende Verhalten des Kritikers ausgedrückt hat, bittet der Therapeut den Patienten zurück auf den Stuhl des Kritikers und fragt nach dessen Reaktion auf die Äußerungen des Erlebenden Selbst. Im weiteren Verlauf wird der Innere Kritiker weicher und verbalisiert wichtige Werte und Standards, die seiner Kritik zugrunde liegen („Ich habe Angst, dass du so ein Loser wirst wie dein Vater“, „Ich möchte dich davor schützen, lächerlich gemacht und verletzt zu werden“). Dies schafft die Basis für ein konstruktives Aushandeln der Standards und Werte des Kritikers auf der einen und der Wünsche und Bedürfnisse des Erlebenden Selbst auf der anderen Seite („Ich möchte einfach ich selbst sein dürfen“). Die Zwei-Stuhl-Arbeit kann in abgewandelter Form auch mit Angst oder Hoffnungslosigkeit generierenden Prozessen bzw. mit der „anorektischen Stimme“ bei Patienten mit Anorexie angewandt werden.

5.5 Zwei-Stuhl-Arbeit bei selbstunterbrechenden Spaltungen

Eine weitere Variante der Zwei-Stuhl-Arbeit ist die Arbeit mit selbstunterbrechenden Prozessen. Sie wird eingesetzt, wenn Patienten den Ausdruck und/oder das Erleben ihrer Emotionen unterbrechen. Ein Beispiel ist ein Patient, der müde wird und Kopfschmerzen entwickelt, sobald er mit verletzlichen Gefühlen, wie z. B. Scham, in Berührung kommt und schließlich gar nichts mehr spürt. Bei der Zwei-Stuhl-Arbeit bei selbstunterbrechenden Spaltungen wird der „unterbrechende“ Selbstanteil auf einen Stuhl gesetzt und aufgefordert, den Erlebenden Selbstanteil am Erleben und/oder Ausdruck eines bestimmten Gefühls zu hindern. Dies kann verbal sein („Fühl es nicht, es ist zu schmerzhaft“ oder „Du wirst in ein schwarzes Loch fallen und nie wieder rauskommen“), häufig aber auch nonverbal, körperlich (z.B. Luft anhalten, Schultern hochziehen, die Stirn kraus ziehen) oder metaphorisch (z.B. Gefühle wegsperren). Auf diese Weise soll der unterbrechende Vorgang explizit gemacht werden und der Patient bewusste Kontrolle über ihn erlangen. Der Patient soll in die Lage versetzt werden, den unterbrechenden Anteil herauszufordern und die unterdrückten bzw. unterbrochenen Emotionen bewusst zu erleben und auszudrücken.

5.6 Leere-Stuhl-Arbeit bei überdauernden schmerzhaften Gefühlen gegenüber einem bedeutsamen Anderen

Eine weitere zentrale therapeutische Aufgabe in der Emotionsfokussierten Therapie ist die Leere-Stuhl-Arbeit. Sie wird bei anhaltenden oder wiederkehrenden schmerzhaften Gefühlen gegenüber bedeutsamen Bindungspersonen (z.B. Eltern, Geschwister, Ex-Partner) nach Ereignissen wie Trennungen, Verlusten, Verletzungen eingesetzt. Ein typisches Beispiel für einen Marker ist folgende Aussage einer Patientin:„Meiner Mutter hat mir nie die Zuneigung gegeben, die ich mir gewünscht habe, hat mich nie in den Arm genommen oder mir gesagt, dass sie mich lieb hat. Aber was soll ich machen. Sie ist tot, und mir bleibt nichts anderes übrig, als mit dem Schmerz zu leben.“ In der Leeren-Stuhl-Arbeit geht es darum, die innere Repräsentation des bedeutsamen Anderen in der Imagination auf einen leeren Stuhl gegenüberzusetzen und die emotionalen Reaktionen des Patienten zu explorieren und zu verarbeiten. Ziel ist es, Veränderung der inneren Repräsentation des Anderen sowie der emotionalen Reaktionen auf diese Repräsentation zu bahnen. Im obigen Beispiel gelang es der Patientin, im Verlauf der Leeren-Stuhl-Arbeit Ärger über die erlebte Zurückweisung sowie ein Gefühl von Berechtigung und Empowerment zu erleben („Ich hätte verdient gehabt, dass du für mich da bist“). Dadurch erhielt sie Zugang zu den schmerzhaften Gefühlen der Trauer und des Verlustes, und es war ihr möglich, das (nicht erfüllbare) Bedürfnis nach Anerkennung durch ihre Mutter loszulassen. Zudem veränderte sich das Bild, das sie von ihrer Mutter hatte. Am Ende der Leeren-Stuhl-Arbeit sah sie ihre Mutter nicht länger als „kalt und abweisend“, sondern als „mit sich und ihrer Krankheit überfordert“.

6. Phasen der Therapie

Die Therapie verläuft in drei Phasen, die jedoch nicht streng linear verlaufen (Greenberg und Watson, 2006). In der ersten Phase steht der Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung und die Förderung der Wahrnehmung und des Bewusstseins für emotionale Prozesse im Vordergrund. Der Therapeut gibt dem Patienten ein Rational für die Arbeit mit Emotionen und der Notwendigkeit, bisweilen auch schmerzhafte Emotionen bewusst zu erleben und sich mit ihnen auseinander zusetzen. Therapeut und Patient einigen sich zudem auf zentrale Themen und Ziele der Therapie sowie Methoden (Aufgaben), diese Themen zu bearbeiten und die angestrebten Ziele zu erreichen. In der zweiten Phasen geht es um die Aktivierung und Exploration problematischen emotionalen Erlebens. Dies beinhaltet insbesondere die Aktivierung zentraler maladaptiver emotionaler Schemata, was nicht selten die Arbeit an selbstunterbrechenden Prozessen und anderen Formen der Vermeidung erfordert. In der dritten Phase schließlich geht es um die Aktivierung alternativer adaptiver emotionaler Reaktionen, um maladaptive emotionale Reaktionen zu transformieren. Neu aufkommende resilientere Selbstorganisationen gilt es, wahrzunehmen, zu stärken und zu validieren und reflexiv in das Selbstnarrativ und die bisherige Lebensgeschichte des Patienten einzuordnen.

7. Forschungsbefunde

Die Wirksamkeit der Emotionsfokussierten Therapie in der Behandlung von Depression und interpersonalen Traumata konnte in mehreren klinischen Studien belegt werden (Goldman et al., 2006; Greenberg und Watson, 1998; Paivio & Greenberg, 1995; Paivio & Nieuwenhuis, 2001; Watson et al., 2003). Im Rahmen der Studien zur Depression wurden jeweils Patienten mit leichten und mittelschweren depressiven Episoden behandelt. In Vergleichsstudien mit klassischer personenzentrierter Therapie (Goldman et al., 2006; Greenberg und Watson, 1998) sowie kognitiver Verhaltenstherapie (Watson et al., 2003) war die Emotionsfokussierte Therapie den anderen beiden Therapieformen in der Behandlung zwischenmenschlicher Schwierigkeiten überlegen. So zeigten Patienten, die eine Emotionsfokussierte Behandlung erhalten hatten, zum Beispiel mehr Selbstbehauptung und gaben den Ansprüchen Anderer weniger nach als Patienten, die eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung beendet hatten. Damit liegen, wie von Chambless et al. (1998) gefordert, kontrollierte Studien von zwei unterschiedlichen Forschungsgruppen vor, in denen sich die Emotionsfokussierte Therapie einem anderen Verfahren als überlegen (personenzentrierte Therapie) und einem anerkannten (kognitive Verhaltenstherapie) als ebenbürtig in der Reduktion der depressiven Symptomatik erwies. Entsprechend wurde die Emotionsfokussierte Therapie von der American Psychological Association (APA) in die Liste der wissenschaftlich fundierten („evidence-based“) Verfahren der Depressionsbehandlung aufgenommen (Klonsky/APA, 2008). Neben der eben geschilderten Ergebnisforschung liegt auch eine Fülle von Befunden zu einzelnen Veränderungsprozessen in der Emotionsfokussierten Therapie vor. Zu den wichtigsten Befunden zählt, dass die „Tiefe des Erlebens“ als Operationalisierung der emotionalen Verarbeitungsfähigkeit eines Patienten (Goldman et al., 2005; Pos et al., 2003) den Therapieerfolg vorhersagt. Dabei konnten Pos et al. (2003) zeigen, dass die Verbesserung der emotionalen Verarbeitungsfähigkeit über die Therapie hinweg ausschlaggebender ist als vor der Therapie bestehende Unterschiede in dieser Fähigkeit. In einer anderen Studie konnten Greenberg und Kollegen zeigen (Greenberg et al., 2007), dass die Qualität ausgedrückter emotionaler Erregung entscheidender für einen Behandlungserfolg ist als der Grad ausgedrückter emotionaler Erregung allein. Qualität wurde dabei als eine Form der emotionalen Aktivierung konzeptualisiert, die eine Integration kognitiver und primärer emotionaler Prozesse erlaubt. Dies deckt sich mit der Schlussfolgerung aus der Analyse vorliegender Prozessforschung zu Emotionen in der Psychotherapie von Greenberg und Pascual-Leone (2006), nach der weder reine Katharsis noch reine Reflexion hinreichend für eine wirksame emotionale Verarbeitung ist, sondern dass für eine effektive emotionale Verarbeitung emotionale Aktivierung mit einer kognitiven Auseinandersetzung mit dem aktivierten emotionalen Erleben verknüpft werden muss. Effektive emotionale Verarbeitung bedeutet also, sich den Sinn emotionalen Erlebens zu erschließen und zu neuen emotional basierten Bedeutungen zu gelangen.

8. Schlussfolgerung

Die Emotionsfokussierte Therapie ist ein vielversprechendes Verfahren, das klassische kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze sinnvoll ergänzt und eigenständig wirksam ist. Mittlerweile liegen erste Behandlungsmanuale in deutscher Sprache vor (z. B. Elliott et al., 2008). Weitere Informationen, insbesondere auch zur Ausbildung in Emotionsfokussierter Therapie, erhalten Sie auf der Webseite des Deutschen Instituts für Emotionsfokussierte Therapie unter www.emotions-fokussierte-therapie.de.

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[1] Korrespondenzadressen:

Dipl.-Psych. Imke Herrmann
Dipl.-Psych. Lars Auszra
Hochschulambulanz der Ludwig-Maximilians Universität München
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